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Ý [ Reiseberichte ]
Þ British Columbia & Alberta 2001
ß Route 2001 ]
 
Eine Reise von Johann, Ursel, Angela und Andreas Meyer im September 2001 von Vancouver Richtung Calgary.
Eine Karte der Reiseroute können Sie sich durch den Link oben anzeigen lassen.
Samstag, 01.09.2001 - Tag 1
Um 3:00 Uhr morgens klingelt der Wecker, aber das stört mich gar nicht denn ich konnte die ganze Nacht nicht schlafen. Auch Ursel, Johann und Angela springen gleich aus den Betten. Wir vier freuen uns sehr auf unseren 4-wöchigen Trip und haben natürlich alles parat, als um halb 5 der Taxibus anrollt. Knapp eine Stunde später erreichen wir den Flughafen Hamburg Fuhlsbüttel. Auch wenn wir erst um 8:40 abfliegen vergeht die Zeit sehr schnell. Bis Frankfurt ist es nur ein Katzensprung, allerdings haben wir hier einen längeren Aufenthalt den wir uns mit einem letzten deutschen Essen bei McDonald`s verkürzen. Als wir am Gate eintreffen wird uns mitgeteilt, dass das Flugzeug ein Defekt hat und sich der Abflug verspäten wird. Mit Kuchen und Getränken werden wir aber alle gut bei Laune gehalten und eine gute Stunde später als planmäßig gehen wir in die Luft.

Nach ungefähr neuneinhalb Stunden im leider zu engen Lufthansa Flieger mit Fensterplätzen ohne Fenster... landen wir kurz vor 15:00 Uhr Ortszeit in Vancouver. Wir sind sofort beeindruckt vom wunderschön angelegten Flughafen, kommen schnell und unkompliziert durch die Passkontrolle. Als wir während wir auf unsere Koffer warten ein paar Fotos machen, kommt ein Zollbeamter der uns darauf aufmerksam macht, dass fotografieren nicht erwünscht ist. Egal, denn kurze Zeit später kommt unser Gepäck unversehrt an, und wir können uns durch die Schlangen am Zoll kämpfen. Auch hier werden wir sofort ohne Kontrolle der Gepäckstücke durchgewunken.



Jetzt eilen wir zum nächsten Telefon, aber wie funktionierte dieses noch gerade mit der Kreditkarte? Nach ein paar Versuchen klappt es dann und wir erreichen Cruise Canada. Die freundliche Dame am anderen Ende bittet uns ein Taxi von Delta Sunshine Taxi zu nehmen. Nicht gerade einfach, denn ein Van wie wir ihn benötigen ist nicht zur Stelle, aber von einer freundlichen Taxen-Koordinatorin wird ein Wagen gerufen, und kurze Zeit später beginnt unsere viertelstündige Fahrt zur Anmietstation von Cruise Canada. Dort können wir sofort in unser bestelltes, 30ft. großes, Wohnmobil einziehen. Völlig geschafft vom langen Tag, in Deutschland ist es jetzt ungefähr 2 Uhr morgens, erledige ich die Papiere und wir alle treffen uns mit anderen Reisewilligen in einem Pavillon um uns per Video über die Handhabung des Wohnmobils zu informieren. Nicht weiter interessant, denn wir kennen das Video schließlich schon von 1999. Daher ist es auch nicht so schlimm das Johann immer wieder zwischendurch einschläft. 
Leider hat der angekündigte Essenskorb im Wohnmobil nicht allzu viel zu bieten, nur eine Flasche Wasser, ein Glas Kaffee, Pfeffer, Salz und eine Tüte Chips. Nicht gerade üppig nach einem Tag Fleugzeugessen. Wir bekommen aber die Erlaubnis noch am heutigen Abend ins nahegelegene Ladner zum Safeway zu fahren. In diesem großen Supermarkt halten wir uns auch über eine Stunde auf, und der Einkaufswagen ist voll als wir alles gefunden haben. Die etlichen Tüten behalten wir als Mülltüten für die nächsten Tage.



Wieder zurück auf dem Parkplatz der Vermietstation essen wir noch eine Kleinigkeit und gehen dann schlafen. Johann und Ursel schlafen im großen Bett im hinteren Teil, ich im Alkovenbett über der Fahrerkabine und Angela will eigentlich wie beim letzten Mal im Tioga (Typ unseres Wohnmobils 1999) Tisch und Sitzbank zum Bett umbauen. Aber leider ist bei diesem Wagen, Typ Majestic, dieses nicht möglich. So verfällt sie schon heute Abend in Panik, weil sie auf dem kleinen Bett auf der anderen anderen Seite schlafen muß. Hier wollte sie damals schon schlafen, nur es war zu kurz. Aber im Majestic ist dieses Bett länger als im Tioga, und so ist genügend Schlafraum für vier Erwachsene vorhanden. Dieses Problem ist also gelöst, und wir können uns nach einem langen Reisetag in unsere Betten legen und von den kommenden 4 Wochen träumen. 

Sonntag, 02.09.2001 - Tag 2
Auch wenn heute Sonntag ist, stehen wir natürlich voller Erwartungen früh auf. Auch die anderen Mieter sind wach und machen Ihre Fahrzeuge startklar. Uns fehlt noch etwas Bettwäsche welche uns gleich gebracht wird, und der rechte Blinker ist vom Geräusch her sehr schnell, so dass wir denken er gibt bald den Geist auf. Doch Anton, der Angestellte von Cruise Canada, meint alles wäre in Ordnung und falls die Glühbirne durchbrennt sollen wir eine neue kaufen und die Rechnung aufbewahren. Also können auch wir losfahren und unser erstes Ziel ansteuern: den Burnaby Cariboo RV Park. Hier hatte ich schon vorher 3 Nächte reserviert, und nach ein bißchen suchen (ich habe nur eine kleine Karte dabei) finden wir den Campingplatz. Angela und ich gehen ins Office, und sofort wird unser reservierter Platz an uns weitergegeben. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Harriett ! 



Etwas kompliziert wird das Einparken mit dem langen Fahrzeug, aber unsere "Nachbarn" stehen hilfreich zur Seite. Jetzt machen wir ersteinmal einen kurzen Spaziergang über den Campingplatz und freuen uns schon sehr auf die Abende im großen Swimmingpool. Aber bis zum Abend sind es noch ein paar Stunden, also können wir noch nach Vancouver Downtown fahren. Hierzu kaufen wir uns jeder eine Tageskarte für Bus und Bahn im Shop des BCRV. Für 6 Dollar pro Person bekommen wir unsere Karten mit denen wir den ganzen Tag im Großraum Vancouver fahren können. Wir gehen ein paar hundert Meter zur Bushaltestelle und warten auf unseren Bus 101. Im Shop wurde uns erklärt wie wir fahren müssen: Zuerst den Bus Linie 101 Ziel 22nd Street nehmen, und von dort dann weiter mit dem Skytrain. Das klappt auch problemlos. Aus dem Skytrain haben wir auch schon einen schönen Blick über Vancouver. Insgesamt dauert die Tour vom BCRV zur Waterfront Station in Downtown eine Stunde. Dafür hat man keine Parkprobleme. 
Als wir an der Waterfront Station aussteigen, gehen wir zuerst in Richtung Canada Place. Die gewaltigen Fiberglassegel sind sehr beeindruckend, genauso wie die beiden großen Fähren die sich an beiden Seiten des Piers aufhalten. 



Auch haben wir einen schönen Blick auf Nord-Vancouver und den Stanley Park. Johann ist am meisten von den ständig landenden und aufsteigen Wasserflugzeugen beeindruckt. Im nahegelegenen Food Court genießen wir ein leckeres Stück Pizza. Auch die ersten Souvenirs kaufen wir hier unterirdisch. 

Im Anschluß gehen wir nach Gastown, der Altstadt Vancouvers. Eine schöne historische Straße mit vielen Souvenir Shops, Straßencafes und der berühmten Steam Clock. Auch wir haben das Vergnügen dem Pfeifen der Uhr zu lauschen. Wir gehen heute diese schöne Straße aber nur flüchtig durch. In den nächsten Tagen kommen wir wieder, und dann werden sich auch die Souvenir
Montag 03.09.2001 - Tag 3 - Labour Day
Heute nacht regnet es in Strömen. Der Regen schlägt auf unser Wohnmobil. Wir denken schon das war der Aufenthalt in Vancouver ab jetzt gibt`s nur noch Regen, aber weit gefehlt. Schon als wir uns vormittags unsere Fahrkarten kaufen, kommt die Sonne raus. Wir fahren wieder unsere gewohnte Strecke nach Downtown und gehen gleich zum Aussichtsturm, dem Harbour Tower.



Mit einem gläsernen Fahrstuhl fahren wir bis zur Aussichtsplattform hoch und haben von hier einen wunderschönen Blick über den Großraum Vancouver. Für Foto- und Videoaufnahmen haben wir von hier eine herrliche Stellung, was wir natürlich auch ausnutzen. Da sind wir auch nicht alleine, viele weitere Besucher - jede Menge Deutsche - schießen hier ihre Aufnahmen. Nach einiger Zeit fahren wir mit dem Fahrstuhl wieder runter und gehen noch ein bißchen in den kleinen Gift Shops im Harbour Centre shoppen.

Hier finde ich eine schöne Karte die ich aber heute nicht kaufe. Schließlich kommen wir in den nächsten Tagen noch öfter nach Downtown. Im Anschluß an den Tower und die kleine Mall gehen wir die Granville Street hoch Richtung Pacific Centre. In dieser Mall essen wir bei A&W Chicken Chips und gehen dann in einem Rundgang die Etagen des Einkaufszentrums ab. Der Ausgang an der Howe Street ist der unsere. Weiter geht der Spaziergang vorbei an der Vancouver Art Gallery in die Robson Street. Diese Haupteinkaufsstraße ist an diesem heißen Feiertag hoffnungslos überlaufen. Sehr interessant ist für uns ein Laden mit vielen typisch Canadischen Plüschtieren und etlichen Pins und Magneten an den Wänden. Da uns die Robson Street aber einfach zu überlaufen ist, gehen wir eine Seitenstraße wieder Richtung Hafen. Wir kommen an der Info vorbei und entschließen uns eine Stadtrundfahrt in einem historischen Bus zu machen. Also begeben wir uns zum Canada Place. Hier steht eine nette Ticketverkäuferin bereit um uns die Tickets zu verkaufen. Kurze Zeit später rollt der Bus auch an, und wir starten unsere 2stündige Rundfahrt durch den Stanley Park und Vancouver Downtown. 
Die Holzsitze im Bus sind zwar ziemlich hart, aber da der Bus sehr leer ist kann es sich jeder von uns breit und bequem hinsetzen. Während dieser Fahrt erfahren wir auch das ein kostenloser Busshuttle im Stanley Park verkehrt. So können wir auch morgen unser Wohnmobil beruhigt auf dem Campingplatz stehen lassen, und können den Verkehrstrubel anderen Leuten überlassen. Die Fahrt führt uns außerdem an den Stränden Vancouvers vorbei, genauso können wir die Robson Street in Ruhe durch die geöffneten Scheiben des Busses genießen. Auch durch Chinatown und Gastown führt unsere ausgedehnte Tour. 
Nach zwei interessanten Stunden steigen wir schließlich mit vielen neuen Eindrücken am Canada Place wieder aus. Hier soll unsere heutige Stadtbesichtigung beendet werden und wir gehen zur Waterfront Station und fahren mit dem SkyTrain zur 22nd Street. Hier soll laut Fahrplan eigentlich 10 Minuten nach unserer Ankunft ein Bus abfahren, aber nichts passiert. Die Bushaltestelle ist prall gefüllt, als erst nach über einer Stunde ein Bus kommt. Wir sind froh als wir endlich im Bus sitzen und nach 30 Minuten am Campingplatz ankommen. Aber man kann so etwas ja mit Humor nehmen, schließlich sind wir im Urlaub und haben genügend Zeit. 
Am Abend bleibt uns noch genügend Zeit für unsere Runden im Pool. Von der Hitze des Tages merken wir nichts mehr, denn als wir im Bademantel vom Indoor Pool zum Stellplatz zurückgehen wird es schon ganz schön frisch. Im Wohnmobil essen wir noch eine Kleinigkeit und gehen anschließend schlafen.

Dienstag, 04.09.2001 - Tag 4
Heute steht der Stanley Park auf dem Plan. Wir nutzen wieder unsere Bus - SkyTrain - Verbindung und fahren bis zur Burrard Station. Von hier aus gehen wir zu Fuß Richtung Yachthafen.

An einer Baustelle mit Unebenheiten auf der Straße stolpert Ursel und scheuert sich den rechten Arm auf. Auch das rechte Fußgelenk hat etwas abbekommen. Nach kurzer Pause können wir aber weiter und gehen durch den schönen Yachthafen und kommen gegen 12 Uhr am Stanley Park an. Unser erster Weg im Park führt uns vorbei an Malern und ihren Kunstwerken für mehrere Stunden ins Aquarium. Sehr schöne Ausstellungsflächen und Aquarien beeindrucken uns sehr. Ganz besonders die Belugawale mit ihrer schönen Gesichtsform haben wir ins Herz geschlossen.



Im großen Shop, durch den man automatisch beim Verlassen des Aquariums geht, sind wir natürlich wieder in unserem Element und kaufen unsere Lieblingsprodukte: Pins und Postkarten. Nach dem Aquarium gehen wir jetzt weiter zu den Totempfählen. Hier stehen irgendwie alle Touristen in einer Reihe und fotografieren die Totem Poles. Auch Angela, Ursel und ich sind da nicht anders.

Weiter geht unser Spaziergang zum Leuchtturm des Brockton Point. Von hier haben wir einen schönen Blick auf Nord-Vancouver und die Lions-Gate Bridge. Da sich hier ein Haltepunkt des Stanley Park Shuttles befindet, warten wir einen kurzen Moment und können bald in den Bus einsteigen. Am Prospect Point, einem anderen schönen View Point auf die Lions-Gate Bridge steigen wir wieder aus. Ein schönes Blumenbeet lädt zum fotografieren ein. Von hier sehen wir auch, dass auf der Lions Gate Bridge umfangreiche Bauarbeiten, mit Staus verbunden, stattfinden. Auch im Gift Shop des Prospect Points stöbern wir durch die Regale, kaufen hier aber nichts. Bei einem kleinen Muffin warten wir auf den Shuttle Bus der wenig später auch kommt. 
Unser nächster Haltepunkt ist am Tea House. Von hier gehen wir zu Fuß weiter zur Second Beach. Unterwegs können wir Skulpturen aus übereinandergestellten Steinen bewundern. Am Second Beach geht Angela kurz mit den Füßen baden bevor wir mit dem Shuttle die letzte Etappe bis zum Parkeingang fahren. Von hier möchten wir mit dem Bus bis zum Canada Place fahren um im Food Court noch eine Kleinigkeit zu essen. 
Der Bus kommt auch und ich frage die Busfahrerin ob wir mit einem Bus zum Canada Place kommen. Sie antwortet, dass sie jetzt eine Pause macht, der nächste Bus aber diese Strecke fährt. Kurze Zeit später kommt dieser Bus und wir fahren los. Irgendwann meint Ursel wir sollten aussteigen, da wir in der Nähe der SkyTrain Station sind. Angela und ich entscheiden aber, dass wir sitzen bleiben, da man sicher noch näher kommen würde. Der Bus fährt jetzt aber immer geradeaus auf der Hastings Street und jetzt schwindet auch unsere Hoffnung, dass der Bus wendet und zurück Richtung Stanley Park fährt. Schließlich erreichen wir die Simon Fraser University...
Hier ändert der Bus seine Liniennummer und welch ein Glück, er fährt zur Lougheed Mall. Dieses ist die Startstation des Busses, den wir sonst fahren, und so haben wir auch das Glück, das dort angekommen, auch direkt ein Bus bereit steht und wir wenig später den BCRV erreichen. Und das ganze noch schneller als mit der richtigen Verbindung. So bleibt uns heute Abend noch genügend Zeit zum erfrischenden Bad in Pool und Whirlpool. Ursel und Johann sind bis heute im Glauben wir kannten die Strecke und alles war ein abgekartetes Spiel...

Mittwoch, 05.09.2001 - Tag 5
 
Eine regnerische Nacht ist zu Ende. Das ist auch gut so, denn da wir heute per Gondel auf den Grouse Mountain fahren werden, brauchen wir eine gute Sicht. Zum ersten mal starten wir heute mit dem Wohnmobil zu einer Tour. Es geht nach Nord-Vancouver. Die Capilano Suspension Bridge und Grouse Mountain stehen auf unserem Plan. Um halb elf fahren wir am BCRV ab. Die Strecke führt über den Lougheed Highway, aufgrund einer Baustelle dauert die Fahrt Richtung Downtown aber etwas länger als erwartet. Dafür sind wir aber relativ schnell durch den Stanley Park und die Lions Gate Bridge - trotz Baustelle. Kurze vor 12 Uhr erreichen wir schließlich den Parkplatz an der Capilano Suspension Bridge übrigens den einzigen gebührenpflichtigen Parkplatz unserer gesamten Reise. Ich zahle den Eintritt und gleich hinterm Eingang ist der gesamte Bereich wie abgeschottet. Man kommt sich vor, als wäre man irgendwo in der Wildnis und nicht an einer befahrenen Straße einer Großstadt. Allerdings ist diese Attraktion sehr gut besucht, z. B. von Asiaten und vielen Deutschen. Wir steuern natürlich auf die Hauptattraktion zu, die große Hängebrücke. Und kaum zu glauben, obwohl sie immer sagte sie geht nicht über die Brücke ist Ursel die Erste.
Während ich noch Fotos schieße ist sie schon halb auf der anderen Seite. Aber so schlimm ist die Brücke gar nicht, es schaukelt zwar, aber ich kann sogar unterwegs noch filmen und fotografieren. Auf der anderen Seite erwartet uns ein kleiner Spazierweg und kurze Zeit später gehen wir auch schon wieder über die Brücke zurück. Jetzt stöbern wir alle durch den großen Shop. Wir kaufen aber nur ein paar Kleinigkeiten. Wieder draußen entdecken wir, dass man die Broschüren die am Eingang ausliegen an den verschiedenen Etappen des Geländes abstempeln kann. Dieses tun wir auch noch, nur ein Stempel fehlt: der der anderen Seite der Schlucht. Wir überlegen während eines Mittagessens im Freien ob wir nochmals über die Brücke gehen sollen. Schließlich bietet uns Angela an rüberzugehen und den fehlenden Stempel zu besorgen. Nun ist der Flyer komplett gestempelt und wir können uns im Shop den Sieger Stempel abholen.
Gegen halb drei verlassen wir die Capilano Suspension Bridge und setzen unsere Tour Richtung Grouse Mountain fort. Kurze Zeit später erreichen wir diese Gondelfahrt und nach einigen weiteren Minuten sind wir auf dem Berg. Diese sehenswerte Attraktion ist sehr großzügig und weitläufig aufgebaut. Besonders schön sind die vielen großen geschnitzten Holzfiguren.

Auch eine Helikopter-Landung können wir aus nächster Nähe unmittelbar erleben. Auf eine weiterführende Gondelfahrt zum Gipfel verzichten wir zugunsten der der spannenden und interessanten Lumberjack-Show. Baumstammfällen und Axtwerfen sind nur zwei Highlights der tollen Aufführung, welche auf jeden Fall zu empfehlen ist. Am Abend wird es doch etwas kälter und wir verlassen unseren Aussichtspunkt in luftiger Höhe. Auf dem Weg zum Campingplatz fahren wir heute Abend an der Lougheed Mall vorbei, um noch ein paar Kleinigkeiten zu kaufen. Auch Johann holt ein paar Dosen Bier im Liqueur Shop. Obwohl es schon ziemlich spät ist, gehen wir vor dem schlafen noch eine Stunde schwimmen. Wieder ist ein schöner Tag zuende.

Donnerstag, 06.09.2001 - Tag 6
Gegen 8 Uhr sind wir heute morgen alle wach, nur Johann ist schon geduscht, als wir anderen in die großen Waschräume gehen. Unser letzter Tag in Vancouver beginnt so wie fast alle anderen: Wir kaufen uns Fahrkarten und nutzen Bus und Bahn bis Downtown. An der Waterfront Station gehen wir anschließend den kurzen unterirdischen Fußweg Richtung Seabus. Mit dieser Personenfähre fahren wir nach Nord-Vancouver. Auch diese Verbindung ist in unseren 6 Dollar Tickets enthalten. Leider ist es heute sehr bewölkt und etwas regnerisch, so dass alles etwas trist wirkt. Nach ungefähr 15 Minuten Fahrzeit erreichen wir schließlich Nord-Vancouver und gehen auch gleich rechts zum Lonsdale Quay Market.



In diesem besonderen Einkaufszentrum ist fast alles auf Frischeartikel ausgelegt. Gleich am Eingang staunen wir über Fische in einer unglaublichen Größe. Wir kaufen aber nichts, da unser Kühlschrank noch gut gefüllt ist. Nur Mittags essen wir einen Snack an einem der unzähligen Stände.

 

 

 

 

 


Am Nachmittag fahren wir mit der Fähre zurück zur Waterfront Station und gehen wir geplant nochmals nach Gastown. Schließlich möchten wir noch unsere letzten Souvenirs kaufen. In den unzähligen Gift Shops findet sich zum Glück fast das gleiche Sortiment, so dass wir bei Suraj Fashions & Gifts alles finden. Tütenweise schleppen wir jetzt unsere Mitbringsel durch Gastown.  

 



Unseren Downtown Abschluss machen wir bei einem Kuchen und Cola bei A&W im Harbour Centre. In dieser Mall kaufe ich auch die Karte, die ich vor ein paar Tagen gesehen aber nicht gekauft hatte.
Im Anschluß fahren wir von der Waterfront Station zurück zu unserem schönen Campingplatz dem BCRV. Hier nutzen wir die letzten Sonnenminuten für eine kleine Fototour über den Platz. Auch im Spielraum und Fitnessraum machen Angela und ich noch ein paar Fotos. Erste Abschiedsstimmung kommt abends im Pool auf. Wir gehen davon aus, dass wir keinen Campingplatz mit soviel Service auf unserer Reise wiederbekommen werden. Schade, denn besonders das entspannende Bad am Abend werden wir alle vier vermissen. Kurz vor Mitternacht gehen wir schließlich schlafen und träumen von den Erlebnissen in Vancouver und den Erwartungen an die nächsten Wochen.

Freitag, 07.09.2001 - Tag 7
Wir stehen heute schon um 7 Uhr auf. Schließlich haben wir eine umfassende Tour auf dem Programm. Kurz vor unser Abfahrt gegen 9 Uhr verabschieden wir uns noch bei Harriett für die schöne Zeit auf dem Burnaby Cariboo RV Park. Wir sind uns sicher, dass wir bei der nächsten Wohnmobil Tour in Vancouver wieder auf diesem Campingplatz übernachten. Die Zeit hier war wirklich unglaublich schön. Aber nichts desto Trotz müssen wir unsere Fahrt fortsetzen in Richtung Whistler. Harriett gibt uns noch den Tipp der Shannon Falls mit auf den Weg. 
Die Strecke führt uns vom BCRV durch Vancouver Downtown, den Stanley Park, die Lions Gate Bridge und schließlich auf dem Highway 99 vorbei an steilen Bergen auf der rechten, und wunderschönen Wasserausblicken an der linken Seite. Leider gibt es hier an den schönen Plätzen keine View Points zum halten, was sicher auch an den Warnungen vor Steinschlag liegt. Nach gut 2 Stunden Fahrtzeit erreichen wir Harriett`s Tipp die Shannon Falls. Und dieser Besuch lohnt sich wirklich. Hier hat man eine schönen Blick auf die hohen Wasserfälle.

 Außerdem ist es hier zwar gut besucht, aber nicht überlaufen, so dass man doch die Natur genießen kann. Etwas später geht unsere Fahrt weiter. Ab jetzt stelle ich während der Fahrt die Videokamera auf dem Stativ in die Fahrerkabine zwischen Fahrer- und Beifahrersitz. So denken wir uns, können wir zuhause die Strecke am Bildschirm nochmals genießen.
Um halb zwei erreichen wir unser heutiges Etappenziel Whistler. Am Visitor Centre parken wir auf einem Schotterplatz und gehen kurz in das kleine Gebäude. Als wir den Parkplatz verlassen möchten, passiert es: Obwohl Johann guckt, und der Boden eben ist und auch kein Stein in der Nähe liegt, hören wie ein lautes Geräusch, als wäre ich irgendwo gegengefahren. Ein Blick unter das Fahrzeug zeigt, das im hinteren Bereich eine der beiden Eisenstangen gelöst ist, und schon bei der kleinsten Erhebung auf dem Boden kratzt. Allerdings muß die Eisenstange schon gelöst gewesen sein, da auf einem solchen weichen Boden so etwas gar nicht passieren kann. Egal, wir biegen die Stange zurück und fahren weiter zum empfohlenen Campingplatz. Dieses ist der Riverside RV etwas nördlich von Whistler. Ein schöner Platz, der aber auch seinen Preis hat. Da wir ohnehin nur eine Nacht bleiben, stört uns das aber nicht weiter. Neben Stellplätzen für Wohnmobile werden hier auch kleine Holzhütten vermietet. Wir suchen kurz unseren Platz auf und fahren gleich weiter ins Ortszentrum von Whistler. Ein riesengroßer Parkplatz, der auch sehr gut gefüllt ist, bietet hier genügend Platz für alle Fahrzeugtypen. Schon hier merken wir an den vielen Radfahrern, dass Whistler ein richtiger Sportort ist. In der Fußgängerzone wird uns diese Ahnung durch die etlichen Sportgeschäfte bestätigt.

Auch ist das Durchschnittsalter der Besucher hier sicher nicht über dreißig, zumindest sitzen in den Kneipen nur junge Leute. Uns zieht aber nichts in diese laute Umgebung, so dass wir nach einem Snack bei Kentucky Fried Chicken wieder zum Campingplatz zurückfahren.



Während Johann, Ursel und Angela Uno spielen, nutze ich den Internet Terminal im Hauptgebäude, nach einer Stunde Wartezeit, um meine eMails zu lesen. 30 Minuten kosten hier auf dem Riverside RV 6 Dollar. 
Gegen 22 Uhr ist dieser sehr warme Tag zu Ende und wir gehen schlafen.

Samstag, 08.09.2001 - Tag 8
Obwohl der Campingplatz doch schon recht teuer ist, kosten die Duschen extra. Aber einen Quarter für je eineinhalb Minuten kann unsere Reisekasse verkraften. Nach der Dusche gehen wir noch kurz auf Fototour über den Platz und wir checken den Ölstand. Auch das Abwasser lassen wir an unserem Full-Hookup-Platz noch ab. Der Frischwassertank wird auch noch aufgefüllt. Man weiß ja schließlich nie ob man auf dem kommenden Campingplatz dazu Gelegenheit hat. Gegen halb 10 verlassen wir den Riverside RV und lassen somit auch Whistler hinter uns. Eine lange ungefähr 300 km lange Tagesetappe bis Kamloops liegt heute vor uns. Bis Pemberton eine relativ normale Strecke. Ab Pemberton sehen wir überall Plakate an der Straße, wohl von den Ureinwohner aufgehängt, auch die alten Hütten am Straßenrand gehören Indianern. Jede dieser Hütten hat alte, rostige Autos in meterhohem Gras stehen. Wir sind froh, als wir aus dieser Gegend heraus sind. Jetzt folgen unendlich lange, steile und enge Kurven. Viele Kilometer können wir nur mit niedriger Geschwindigkeit fahren, mal geht`s bergauf, mal bergab. Kurz vor Lillooet, hinter einem kilometerlangen 16prozentigen Gefälle halten wir an einem schönen View Point. 



Von hier haben wir auch einen schönen Blick auf den gerade vorbeifahrenden Güterzug. Der nächste Streckenabschnitt bis Cache Creek dauert ungefähr zwei Stunden. Eine ganz eigenwillige Strecke, die uns zeitweise an Wüste und Prärie erinnert. Als wir um 15 Uhr in Cache Creek ankommen holen Angela und ich Essen von A&W. Dieses Restaurant der Fast Food Kette liegt in einer Tankstelle und es kommt uns vor als arbeiten hier alle Einwohner von Cache Creek. Aus allen Ecken kam Personal um am A&W Schalter oder im Shop zu helfen. Auf jeden Kunden kommen bestimmt 5 Verkäufer. Dieses bringt natürlich auch eine unruhige Atmosphäre in das Geschäft, so dass Angela und ich froh sind, im Wohnmobil essen zu können. Nach unserem Burgermahl fahren wir noch ungefähr eine Stunde auf dem Highway 1 bis Kamloops. Hier steuern wir schnell die Visitor Info an und haben Glück kurz vor Feierabend noch ein paar Infos zu bekommen.

Auf der anderen Straßenseite der Info befindet sich ein großes Einkaufszentrum, die Aberdeen Mall. Bei The Bay kaufen wir kurz vor Geschäftsschluss ein paar Souvenirs und fahren anschließend zum Safeway damit wir uns mit Lebensmitteln und hauptsächlich Getränken eindecken können. Als wir hier wieder vom Parkplatz fahren, macht sich wieder die Eisenstange unterm Wohnmobil bemerkbar. Schon merkwürdig, denn obwohl hier kaum ein Absatz auf der Straße ist, scheint die Stange fast auf dem Boden zu schleifen...
Wir suchen jetzt unseren Campingplatz auf. Am Highway No.1 liegen in Richtung Osten zwei Campingplätze in der Nähe von Kamloops. Den ersten, ungefähr 8 Kilometer außerhalb der Stadt, steuern wir natürlich an, aber ein kurzer Blick genügt schon und schreckt uns ab. Also fahren wir weiter zum nochmals 8 Kilometer entfernten Campingplatz. Dieser gefällt uns besser und so checken wir ein. Im dunklen machen wir noch einen Spaziergang über den Platz und zu den beiden benachbarten Attraktionen, dem Wasserpark und dem Wildlife Zoo. Anschließend essen wir noch eine Kleinigkeit und fallen dann nach einem Tag voller abwechslungsreicher Natur erschöpft in unsere Betten.

Sonntag, 09.09.2001 - Tag 9
Kamloops - Revelstoke, so sieht unsere Strecke für diesen Sonntag aus. Knapp 200 Kilometer liegen vor uns. Angesichts der Entfernungen in Canada nur ein Katzensprung. Außerdem fahren wir die ganze Zeit auf dem Highway No. 1 und so wird auch die Strecke leicht zu fahren sein und nicht wieder so anstrengend wie gestern. 
Nach dem aufstehen gehen wir aber zuerst duschen, auch wenn die Duschen auf diesem Campingplatz nicht besonders einladend sind, der Putz kommt die Wand runter, und die Geldannahmegeräte der Dusche funktionieren erst nachdem man sich die Finger gebrochen hat. Egal, wir sind in der Natur und nicht im Luxushotel. Nach einem leckeren Frühstück fahren wir ab, weiter Richtung Osten. In Sorrento möchten wir eigentlich ins Visitor Info, aber leider öffnet diese heute erst später und wir fahren weiter. In Salmon Arm tanken wir an der Husky Tankstelle, in Sicamous halten wir gar nicht. Unser nächster Stop ist am Three Valley Ghost Town, wir besuchen diesen historischen Ort aber nicht, sondern entschließen uns weiterzufahren. Jetzt nur noch ein Zwischenstop am Eagle Pass und um kurz vor 13 Uhr erreichen wir schon Revelstoke und das örtliche Info Centre.

Hier entschließen wir uns, dass wir auf dem RV Williams Lake übernachten. Der freundliche Inhaber des Platzes gibt uns mehrere Plätze zur Auswahl und macht uns auch darauf aufmerksam, dass wir grillen können (ein Grillrost holen wir uns wenig später bei ihm ab), im Teich fischen und baden können. Das wird sicher ein schöner Abend! Wir finden einen schönen großen Platz, den wir reservieren indem wir unsere Wäsche aufhängen.



Nun fahren wir noch kurz wieder in den Ort, weil wir für unseren Salat noch ein paar Zutaten benötigen. Diese gekauft kann unser kleines, erstes Grillfest beginnen. Holz suchen wir im umliegenden Wald. Schon lecker dieses über Holz gegrillte Fleisch. Im Anschluß gehen wir über den Platz spazieren. Obwohl es jetzt schon etwas kühler wird, habe ich mir vorgenommen wenigstens einmal im Williams Lake zu schwimmen. Mit Badeklamotten machen wir uns auf den Weg zum See. Das ich abends gegen 18 Uhr bei der eintretenden Kälte noch in den See springe, löst bei Johann, Ursel, Angela und den anderen Spaziergängern gemischte Gefühle von Gelächter, Verständnis und blankem Entsetzen aus.



Ich schwimme einmal zur Badeinsel und zurück, und bin froh in einem Lake in den canadischen Bergen geschwommen zu haben. Es gibt hier sogar Umkleidekabinen, also brauche ich nicht nass über den Platz zurück zu gehen. 
Der schöne Abend auf dem RV Williams Lake klingt mit Uno spielen aus.

Montag, 10.09.2001 - Tag 10
Bevor wir heute morgen den RV Williams Lake verlassen, geben wir noch das ausgeliehene Grillrost zurück und verabschieden uns von unserem deutschsprechenden Vermieter. Die Fahrt auf dem Highway 1 führt uns zur linken Seite am Mount Revelstoke National Park vorbei, und hinein in den Glacier National Park. Merkwürdigerweise finden wir hier gar kein Park Gate. Nur Hinweise, dass beispielsweise die Parkplätze nur mit Parkausweis befahren werden dürfen. Aber wo soll man zahlen ? Am Rogers Pass halten wir kurz und machen ein paar Fotos. Auf der weiteren Strecke fahren wir durch Baustellen und mehrere Tunnel. Auch die von uns so genannten Schilderfrauen stehen hier und regeln anstelle von Ampeln mit ihren Stop / Slow Schildern den Verkehr. Kurz nach Ende des Glacier National Parks, befindet sich auch die Zeitzonengrenze. Von der Fahrt aus der Pacific Standard Time in die Mountain Standard Time wird uns an dieser Stelle eine Stunde unseres kostbares Urlaubs geklaut.
In Golden fahren wir zuerst zum staatlichen Campingplatz. Dieser liegt allerdings nicht besonders schön. Auf der einen Seite die Straße und auf der anderen Seite, nur durch den Fluß getrennt, die Bahngleise. Dieses könnte sich in der Nacht grausam auf die Ruhe auswirken, so dass wir uns entschließen zuerst im Visitor Centre Infos für einen anderen Platz einzuholen. Diesen finden wir auch, er liegt etwas weiter Richtung Field und liegt etwas höher auf dem Berg mit Blick auf Golden. Hier wollen wir eigentlich zur Abwechslung einen Platz ohne Dumpstation, aber der freundliche Angestellte oder Inhaber vermietet uns schließlich einen Full Hookup Platz. Von hier ist auch die Aussicht besser als von den anderen Plätzen.



Auch ist der Platz schön groß und mit Grillplatz. Ein Rost holen wir uns kurze Zeit später im Office. Bevor wir aber mit unserem nächsten Grillabend beginnen, fahren wir noch mit dem Wohnmobil wieder zurück in den Ort. Schließlich möchten wir gerne von jedem unserer Ziele ein Andenken mitnehmen und so fahren wir zurück zur Ortseinfahrt aus Richtung Revelstoke. Dort steht ein kleiner Souvenirladen der uns aufgrund der Form schon vorhin aufgefallen war. Von außen sieht er extrem klein aus, es ist eigentlich nur das Dach eines kleines Hauses. Von innen aber doch sehr geräumig und wir finden auch ein paar Kleinigkeiten die uns lange Zeit an Golden erinnern werden. Pins sind natürlich auch dabei...
Im Anschluß fahren wir noch in Richtung Radium Hot Springs, den Highway 95 südlich. Aber hier gibt es nicht viel sehenswertes und so drehen wir um und verbringen den Rest des Tages auf unserem Campingplatz. Auf dem Weg finden wir noch einen Liqueur Shop in dem Johann ein paar Dosen Bier kaufen kann. Da wir uns auf dem Campingplatz Brennholz kaufen können, ersparen wir uns die Suche nach Holz. Der angrenzende Wald scheint sowieso nicht so ergiebig zu sein. Problematisch ist nur die Alufolie, diese reißt und das Fett läuft ins Feuer. Aber das ist kein großes Problem denn wir nehmen kurz das Fleisch vom Feuer und verstärken die Alufolie.

Die gegrillten Steaks und Koteletts sind wie schon gestern sehr lecker. Das dumme beim grillen über dem offenen Feuer ist nur, dass die Klamotten den Rauchgeruch stark annehmen und auch nicht wieder entlüften. 
Nach dem Essen spielen wir ein paar Runden Uno. Zwischendurch gehe ich kurz raus, denn mehrere Bergziegen versammeln sich auf dem Campingplatz. Ein gefundenes Objekt für die Foto- und Videokameralinsen.

Dienstag, 11.09.2001 - Tag 11
Als ich heute morgen duschen gehe, kriege ich nur kaltes Wasser aus der Leitung, Johann meint später, dass aber auch warmes Wasser einzustellen ist. Aber das härtet ab und warmes Wasser bekommen wir heute noch genug in den heißen Quellen in Radium Hot Springs. Johann und Ursel glauben nicht was wir von den heißen Quellen erzählen und das wir schwimmen gehen werden. Auch Angela und ich waren noch nie in heißen Quellen baden und freuen uns schon sehr auf das warme Bad im Freien. Vorher wird aber noch gefrühstückt und gedumpt. Auch die Scheiben werden noch geputzt damit ich schöne Videoaufnahmen machen kann. Bevor wir abfahren stelle ich noch das Grillrost an die Officetür und schon sind wir unterwegs. Bei Pedro Canada möchte ich noch gerne tanken, aber leider ist das keine öffentliche Tankstelle sondern nur für LKW`s, jedenfalls erklärt mir die junge Frau im Office das so, nachdem ich mich erkundigt habe wie die Zapfanlage funktioniert. Also fahren wir unverrichteter Dinge weiter in Richtung Radium Hot Springs. Die ungefähr 100 Kilometer schaffen wir ohnehin noch mit unserem Tank, also können wir auch noch später Benzin kaufen.
Gut eine Stunde später erreichen wir unseren ersten heutigen Haltepunkt: Radium Hot Springs. Wir biegen auch gleich in Richtung Highway 93 ab, die hübschen Häuser mit ihren vielen Blumen fallen uns sofort ins Auge. Schon folgt das von uns lang erwartete Park Gate. Für 70 Dollar kaufe ich hier den Great Western Annual Pass, der für die Nationalparks Westcanadas ein Jahr gültig ist. Wir bleiben schließlich länger als 7 Tage in den Nationalparks und so lohnt sich dieser Pass. Die heißen Quellen befinden sich nur wenige Meter hinter dem Park Gate. 



Schnell schnappen wir unsere Badesachen und gehen durch einen kleinen Tunnel zur Anmeldung. Kurze Zeit später gesellen wir uns zu den anderen Gästen in das warme Bad. Viele ältere Besucher sitzen an den Rändern und reden zum Teil auch Deutsch. Zwischendurch öffnet auch das angrenzende Schwimmbecken, welches zwar beheizt ist, Angela und mir aber extrem kalt vorkommt, besonders im Vergleich zu der heißen Quelle.



Die Quelle gefällt uns sehr gut, zumal auch die Aussicht auf die umliegenden Berge sehr schön ist. Nur gelegentlich sieht man ein paar Fahrzeuge über uns vorbeifahren. Nach gut 2 Stunden ziehen wir uns aber schließlich wieder um, und während Angela und Johann schon ins Wohnmobil zurückgehen, machen Ursel und ich den Shop unsicher. Wir kaufen viele Pins und vieles mehr und werden natürlich viel Geld los, aber wir sind glücklich.
Unser nächstes Ziel in Radium Hot Springs ist das Informationszentrum, da dieses aber noch geschlossen hat gehen Ursel und ich zur anderen Straßenseite zum Souvenir Shop. Wie sich herausstellen sollte ein wahres Paradies für uns Pinsammler. Über eine Stunde sortieren wir beide hier Pins aus einem Karton und am Ende finden wir über 100 Stück. Für 25 Cent das Stück bleibt sogar noch Geld für günstige Landkarten und vieles mehr. Mit den ganzen Tüten im Arm schauen wir noch kurz in der Info vorbei und fahren im Anschluß zur Husky Tankstelle.



Wieder durch das Park Gate führt unsere Fahrt jetzt den Highway 93 nördlich. Die schöne Strecke ist wenig befahren und ein einsamer Wapiti Hirsch wandert auf dem Seitenstreifen dieselbe Strecke. Zwischendurch halten wir am Hector Gorge View Point und auch am View Point des Mount Assiniboine. Einen unfreiwilligen Stop haben wir durch eine Schilderfrau an einer Baustelle auf der Strecke. Obwohl wenig Verkehr herrscht, kommt hier trotzdem eine ziemlich lange Schlange zustande. Hier entschließen wir uns auch, heute noch bis Lake Louise weiterzufahren denn der einzige noch vor uns liegende Campingplatz hier im Kootenay Nationalpark hat schon seit ein paar Tagen geschlossen. Wir verlassen jetzt den Kootenay Nationalpark und auch British Columbia. In Alberta fahren wir über den Highway 1 in Richtung Lake Louise weiter, und wir sind entsetzt über den schlechten Straßenzustand des Highways. Solch schlechte Straßen gab es in British Columbia nicht. Gegen 18 Uhr erreichen wir Lake Louise und mieten uns zuerst einen Platz, dann fahren wir weiter ins kleine Ortszentrum. Leicht zu finden, und genauso leicht zu überblicken sind die Gebäude der sogenannten Samson Mall. Hier gucken wir uns ein bißchen um und Angela und ich gehen in den Pizzaladen und bestellen zwei große Pizzen für uns zum Abendessen. Ich gehe noch kurz nach nebenan in den Supermarkt und besorge ein paar Kleinigkeiten und dann direkt zurück zum Wohnmobil. Aber wann kommt Angela ? Die Zeit schwindet und keine Pizza im Anmarsch. Derweil kommt ein Riesenwohnmobil mit zwei älteren Leuten auf mich zu. Die beiden und der aggressive kleine Hund auf dem Schoß der Beifahrerin fragen mich nach dem Weg zum Campingplatz. Ich erkläre ihn kurz, ist ja auch einfach, bei der leichten Strecke: hier rechts, nächste links. Das war`s! Jeder der schon einmal in Lake Louise war, wird sich kaputtlachen, wenn ich jetzt erzähle, dass 15 Minuten später dasselbe Wohnmobil wieder auf mich zukommt mit derselben Frage der Beifahrerin. Aber dafür ist die Zeit in der wir auf die Pizza warten ( immerhin 45 Minuten ) zügig vergangen, denn Angela kommt jetzt sauer angestampft. Ihre Pizza wurde vergessen...
Aber jetzt haben wir unser Essen beisammen und können auf den Campingplatz fahren und endlich Essen, immerhin nach dem Frühstück das erste heute. Nach dem Essen sortieren und teilen wir die Pins, damit filmt Angela und überdreht das Stativ. Dieses ist auch nicht mehr zu reparieren, jetzt fällt die Kamera immer nach vorne oder nach hinten weg - nichts mehr mit schöner Aufnahme während der Fahrt. Ich bin natürlich sauer. So schön der Tag auch anfing, so unschön geht er vorbei. Das einzige worüber wir uns noch freuen können ist die Erinnerung an die beiden älteren die wohl noch immer den Campingplatz suchen...
Mittwoch, 12.09.2001 - Tag 12
Heute morgen erleben wir zum ersten Mal auf unserer Tour, dass wir auf eine freie Dusche warten müssen. Bisher gab es entweder immer genügend Duschen, bzw. die Duschen waren so abschreckend, dass keiner sie nutzen wollte. Hier auf dem Lake Louise Campground gibt es auf jeden Fall zuwenig Duschen. Nur sieben Stück in der Männerkabine, bei den Frauen dasselbe. Wir frühstücken noch kurz und fahren zur ziemlich vollen Dump-Station. Wenig später kann aber unsere Tagestour losgehen. Zuerst verlassen wir heute Alberta und fahren wieder Richtung Westen nach British Columbia. Am View Point Spiral Tunnel halten wir. Leider fährt hier gerade kein Zug gleichzeitig durch die zwei Tunnel und für langes Warten ist es heute Vormittag zu kalt und zu windig. Also fahren wir weiter bis Field zur Info und zum Gift Shop nebenan. 



Hier erfahre ich, dass es in Field kein Elektronikgeschäft gibt in dem ich mir ein neues Stativ kaufen kann. Also setzen wir unsere Fahrt fort und sind schon wenig später an der Natural Bridge.



Hier haben wir eine schöne Aussicht auf den Kicking Horse River. Es geht im Anschluß weiter bergauf zum Emerald Lake. Hier ist der Parkplatz hoffnungslos überfüllt, wir finden aber noch einen Stellplatz und gehen zum wunderschönen See. Eine Holzbrücke führt zu einem Restaurant. Hier herrscht reges Treiben.



Nach diesem Aufenthalt am Emerald Lake führt uns die Strecke wieder auf dem Highway Nr.1 zurück Richtung Lake Louise. Wir fahren aber noch weiter südlich bis Banff. Hier mieten wir uns auf dem Tunnel Mountain Campground ein und fahren anschließend in den Ort. Obwohl sehr preiswert ein Bustransfer eingesetzt wird, hahren wir mit unserem Wohnmobil. Aus unserem vergangenen Urlaub kennen wir ja den Stellplatz und wissen das entweder dort oder in der Nähe zum Zentrum immer ein Wohnmobilparkplatz zu bekommen ist. In einem Fotogeschäft an der Banff Avenue habe ich die Gelegenheit mir ein neues Kamerastativ zu kaufen. Natürlich ist das in einem Touristenort völlig überteuert, aber ich bin glücklich so schnell ein neues gefunden zu haben. 
Zum Essen gehen wir zu Wendy`s, ebenfalls an der Banff Avenue. Hier gibt es auch einen Internet Terminal und so kann ich ein paar SMS abschicken sowie meine eMails lesen. Hier erfahre ich auch zum ersten Mal von den Terroranschlägen in den USA. Das ganze Ausmaß wird uns in diesem Moment aber nicht bewusst. Jetzt wissen wir auch, warum seit gestern überall auf Halbmast geflaggt ist. 
Nach dem Essen bei Wendy`s machen wir noch eine Shopping Tour, allerdings nur um uns umzugucken und für die nächsten Tage nach den besten Geschäften Ausschau zu halten. Bevor wir schließlich zum Tunnel Mountain Campground zurückfahren kaufen wir noch im Safeway ein paar Getränke damit wir bei unserem abendlichen Uno-spielen nicht verdursten. Auf dem Campingplatz kaufe ich abends noch ein paar Zeitungen, damit wir uns ein besseres Bild zu den Terroranschlägen machen können. Wir sind entsetzt und können nicht glauben was passiert ist.
Donnerstag, 13. September - Tag 13
Als wir kurz vor 9 Uhr aufstehen und zum duschen gehen finden wir einen leeren Raum vor. Obwohl nur eine Dusche zur Verfügung steht, ist hier keine Warteschlange und es geht schnell heute morgen. Pünktlich um halb 11 verlassen wir den Tunnel Mountain Campground. Unser Ausflug führt uns heute zuerst auf den Highway Nr.1 südlich bis nach Canmore. Nur eine halbe Stunde später erreichen wir das Visitor Centre dieses Ortes und Ursel und ich schleppen kiloweise Infomaterial aus dem Gebäude. So können wir später unsere Fotoalben durch Karten und Broschürenausschnitte auflockern.
Danach fahren wir weiter zum Canmore Nordic Centre. Um hier hin zu kommen, müssen wir das Ortszentrum und noch eine kurze, etwas steigende, Strecke durchfahren, Im Nordic Centre, welches sich schon in Kananaskis Country befindet, fanden 1988 bei den olympischen Winterspielen von Calgary die Biathlon Wettbewerbe statt.

 

An diesem heißen Tag herrscht hier natürlich gähnende Leere, aber die Größe läßt erahnen, dass hier im Winter Hochbetrieb herrscht. Wir machen einen Rundgang um den Zieleinlauf und die Schießbahn und fahren zum Mittagessen wieder ab. Zurück durch das Ortszentrum fahren wir zum McDonald`s. Angela und ich holen hier das Essen und im Wohnmobil fallen wir über dieses her. Natürlich fahren wir anschließend nochmals ins Ortszentrum, damit wir noch ein bißchen durch die Einkaufsstraße stöbern können. Canmore ist ein wirklich schöner Ort, eingerahmt von Bergen. Diese Atmosphäre ist an einem Sonnentag wie heute natürlich besonders toll. Am Nachmittag fahren wir aber wieder zurück in Richtung Banff. Der erste View Point liegt am Lake Minnewanka.



Ein ebenfalls wunderschöner klarer großer See. Auch wenn hier jede Menge Touristen sind, ist es nicht überlaufen. Eine Gruppe asiatischer Frauen singt Lieder, welches noch weit zu hören ist. Eine von den angebotenen Bootstouren machen wir nicht, sondern genießen lieber die schöne Aussicht vom Ufer aus. Auch die Eichhörnchen tummeln sich hier. Zwei weitere Lakes liegen an dieser Route, da die Beschilderung nach unserem Verständnis aber keine Durchfahrt erlaubt ( wie sich herausstellt eine Fehlinterpretation von uns), wenden wir auf dem Parkplatz um die Strecke Richtung Banff zurück zu fahren. An der nächsten Möglichkeit fahren wir aber links und sind nach wenigen Kilometern am Johnson Lake. Hier liegen nur ein paar Leute am Wasser in der Sonne, und ein paar sitzen an den Campingtischen. Ein paar Fotos werden geschossen und weiter geht`s zum Two Jack Lake. Dieser See sieht auch herrlich aus, und die kleine Insel erinnert uns an die vielen Postkartenmotive von Spirit Island auf dem Maligne Lake bei Jasper.



Wir genießen die Stille an diesem See und fahren schließlich den sogenannten Lake Minnewanka Loop weiter und kommen schließlich wieder zum Lake Minnewanka. Wir hätten also die Strecke vorhin fortsetzen können und nicht drehen müssen. Mittlerweile ist es früher Abend und ich fahre uns zum Tunnel Mountain Campground zurück. Als es dunkel wird, entschließen wir uns aber nochmals nach Banff zu fahren, um den Ort mal im dunkeln zu erleben. Und tatsächlich denkt man es wäre Weihnachten. Der Christmas Shop trägt sein übriges dazu bei. 
Auch heute Abend informieren wir uns über die Zeitung über die aktuellen Geschehnisse und spielen zum Ausklang des Tages wieder Uno.
Freitag, 14. September - Tag 14
Der heutige Freitag soll mit relaxen beginnen: Die Banff Upper Hot Springs sind unser Ziel. Nicht weit vom Ortszentrum entfernt, nur etwas höher gelegen befinden sich diese heißen Quellen. Bevor wir ins Wasser springen telefonieren Angela und ich noch nach Hause. Hier bekommen wir einen weiteren Überblick über die politische Lage. 
Für die Kabinenschränke in den Umkleideräumen benötigt man die sogenannten Quarter. Diese einviertel Dollar Münzen sind eigentlich überall zu nutzen und weit verbreitet. Da ich zur Zeit keine dieser Münzen in der Tasche habe wechsele ich einen 20 Dollar Schein. Ärgerlich das nur Quarter herauskommen. Die anderen Badegäste denken ich hätte am Wechselautomaten gewonnen. Selbst Angela und Ursel können in der Damenumkleidekabine hören, wie der Wechsler ununterbrochen das Geld rauswirft...

Die heißen Quellen sind auch sehr schön, obwohl die Sonne stark blendet und man nur schlecht sehen kann. Wir bleiben ungefähr 2 Stunden im Wasser und genießen auch hier die Atmosphäre zwischen den Bergen sehr. Den frühen Nachmittag nutzen wir bei schönem warmen Wetter mit Shopping im Ort. Ursel kauft beispielsweise weitere Figuren für ihre Indianerpuppensammlung. Gegen halb 5 entscheiden wir uns zum Mount Norquay hochzufahren. Dieses ist eine ziemlich kurvenreiche Strecke, welche man mit einem 30 Fuß langen Wohnmobil nicht besonders schnell hinauf kommt. So stört es uns auch nicht, dass ein Pferdeanhänger die ganze Zeit vor uns fährt. Am Mount Norquay sticht uns zuerst der riesengroße Parkplatz und das auch ziemlich große Veranstaltungsgebäude ins Auge.

 

Auf dem großen Saal kann man sicher ausgedehnte Familienfeiern feiern. Ansonsten ist es hier sehr leer. Obwohl ein paar Autos auf dem Gelände parken, sehen wir keine anderen Besucher. Im Winter ist da sicher das Gegenteil der Fall. Auf dem Rückweg vom Berg herunter, machen wir kurz halt an einem schönen Aussichtspunkt. Von hier haben wir einen guten Blick auf Banff, und die von hier aus rechts liegenden Vermilion Lakes. Diese besuchen wir auch gleich nachdem wir vom Berg herunter sind. Direkt hinter der Brücke über dem Highway 1 liegt rechts die Abbiegung, der Vermilion Lake Drive. Auf dieser Straße fahren wir links an den drei Seen vorbei. Wegen der lange anhaltenden Trockenheit sind diese sehr trocken. Am besten gefällt uns von diesen Lakes der 3rd Vermilion Lake.



Auch ein paar Angler hat es hierher verschlagen. Auf dem Wendehammer können wir problemlos mit dem Wohnmobil wenden und schließlich zum Campingplatz zurückfahren. Auf diesem möchte Ursel noch ein paar Kleidungsstücke waschen. Auf der gespannten Leine werden diese auch heute Abend noch trocken, während wir ein weiteres mal den Abend nach Banff fahren. Ich hatte hier das Schild eines KFC Restaurants gesehen, und so entschließen wir uns ein paar Chickenteile zu genießen. Als wir aber an besagtem Restaurant ankommen, hat dieses geschlossen mit dem Hinweis das diese Filiale den Betrieb eingestellt hat. Zwar mit Hunger aber ohne Entscheidung was wir essen sollen, fahren wir schließlich zum Campingplatz zurück. Wir entschließen und aber doch noch Pizza zu bestellen. Leider sind die Telefone in der Nähe unseres Stellplatzes unbeleuchtet und so stellt sich dieses komplizierter dar als gedacht. Aber zum Schluss klappt alles und die Pizza erreicht uns noch vor 23 Uhr heiß und lecker.

Samstag, 15. September - Tag 15
Zuerst geht es am heutigen Samstag zum Banff Springs Hotel. Bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren gab es hier Bauarbeiten und wir wollen uns davon überzeugen ob diese abgeschlossen. Und tatsächlich das Hotel strahlt im Besten Licht in der morgendlichen Sonne. Zum ersten mal gehen wir auch ins Innere des Gebäudes. Mehrere Geschäfte an einem kleinen Rundweg versuchen hier die hochpreisigen Waren an die mehr oder weniger wohlhabenden Kunden zu verkaufen. Für uns bleibt es beim kleinen Rundgang, den wir schließlich in der Empfangshalle beenden. 
Nur wenige hundert Meter vom Hotel entfernt befindet sich der Canada Place von Banff. Das dortige Verwaltungsgebäude liegt sehr schön in einem großen gepflegten Garten, dem Cascade Garden. Fußwege führen uns hier vorbei an vielen grünen und blühende Pflanzen. Durch das schöne Wetter haben wir auch einen guten Blick auf die Banff Avenue und den dahinterliegenden Cascade Mountain. An der schweren Eiseneingangstür des Canada Places liegen viele Blumensträuße für die Terroropfer in den USA. 



Nach unserem Besuch dieses Platzes fahren wir die Bow Falls an. Auf den Bänken am Ufer kann man hervorragend auf die Fälle blicken und in der Sonne relaxen. Johann und Angela gehen derweil ein paar Meter spazieren bis zu einer Stelle an denen Mountain Rafting Boote liegen. Unsere diesjährige Zeit in Banff nähert sich jetzt ihrem Ende. Bevor wir allerdings nach Lake Louise weiterfahren, halten wir noch an einem View Point den man von den Bow Falls aus sehen kann. Obwohl hier ausdrücklich Halteverbotsschilder stehen, stoppen wir ebenso wie andere Fahrzeuge und genießen den hervorragenden Ausblick auf das Banff Springs Hotel und die Wasserfälle der Bow Falls von oben.



Jetzt ist aber endgültig der Abschied von Banff angesagt und wir fahren weiter nördlich in Richtung Lake Louise. Da wir den Highway 1 ja schon aus der anderen Richtung vor ein paar Tagen gefahren sind, und die Straßenbeschaffenheit nicht die Beste ist, fahren wir die schönere Parallelstraße den Highway 1a. Wir fahren durch eine schöne Gegend mit Bäumen, deren Farbe sich schon leicht verfärbt, aber auch an einer ziemlich öden Landschaft in der vor einigen Jahren Waldbrände herrschen. Gewaltige Flächen sind hier damals verbrannt. Tausende verkohlte Bäume ragen die Berge hinauf. Interessant am Highway 1a ist noch, das auch die Streckenführung zwischen den beiden entgegenkommenden Fahrbahnen teilweise über mehrere Kilometer getrennt wird, und so weit auseinanderliegt, das man keine zweite Fahrbahn sieht. Unser Mittagessen nehmen wir am Johnston Canyon ein. Leckere Chickenburger werden uns serviert. Auch hier fällt uns besonders auf, wie viel Personal hier tätig ist. Aus allen möglichen Türen kommen immer neue Gesichter zum Vorschein und fallen über die Getränkeautomaten her. Wir wundern uns wirklich, das dieses Restaurant noch besteht und nicht von den vielen Angestellten bankrott geschröpft wurde... 
Auf den Aufstieg zu den beiden Wasserfällen verzichten wir, ersten kennen wir diese schon vom letzten Mal, und zweitens möchten wir gerne heute noch auf dem Lake Louise paddeln. Diesen erreichen wir gegen halb 5, kurz nachdem wir uns ein weiteres Mal auf dem Lake Louise Campground einen Platz besorgt haben. Am Lake Louise mieten Angela und ich zuerst ein Kanu für eine Stunde.



Dieses ist schon reine Routine für uns, denn schließlich machen wir diese Tour auf dem Lake Louise jetzt schon zum dritten Mal. Aber neu ist für uns, dass wir das andere Ende erreichen. Obwohl die Sonne hier stark blendet, sind wir froh in knapp der Hälfte der Zeit die Strecke gepaddelt zu haben. Aber jetzt müssen wir auch noch zurück, und es scheint als kommen wir gar nicht vorwärts. Die Hoffnung den leichten Wind im Rücken zu haben wird zur Hoffnung, dass der Wind von vorne nicht zu stark wird. Schließlich erreichen wir die Vermietstation doch, und uns bleibt noch Zeit ein paar Runden vor dem Chateau Lake Louise zu drehen. Auch das Aussteigen bleibt ohne Zwischenfall: Keiner von uns fällt ins nur wenige Grad kalte Wasser. Ursel und Johann stehen noch immer brav am Ufer und filmen die ganze Paddeltour aus ihrer Perspektive. Natürlich gehen wir jetzt noch in das Chateau Lake Louise, welches ebenso wie das Banff Springs Hotel eine Herberge der gehobenen Ansprüche ist. Aber in dieser Flaniermeile gibt es Geschäfte, in denen wir T-Shirts, Sweatshirts, Pins usw. kaufen. Sogar ein Fotogeschäft gibt es hier, und ich kann ein paar Hi8 Videokassetten nachkaufen. Die ca. 30 Stück die ich aus Deutschland mitgebracht habe, nähern sich so langsam dem Ende. Kein Wunder wenn man bedenkt, dass ich die gesamte Wohnmobilfahrt und vieles mehr auf Video banne.
In der Samson Mall in Lake Louise Village testen wir heute einmal mehr den Pizzadienst, in dem Angela am Dienstag schon ewig lange auf ihre Pizza warten musste. Heute haben wir Glück und alles läuft schnell ab. Auch die beiden älteren Wohnmobilfahrer mit ihrem Hund scheinen den Campingplatz gefunden zu haben, denn sie sind heute Abend nicht zu sehen und wohl auch nicht mehr auf der Suche nach dem Campingplatz...
Unsere Hawaiian Pizza genießen wir auf unserem Platz im Trailer Park. Auch der Platz den wir heute haben ist sehr schön, nur deutlich weiter im hinteren Bereich als am Dienstag. Das einzige Problem ist die Entfernung zum Duschraum. Hier entschließen wir uns, am späteren Abend mit dem Fahrzeug hinzufahren. 
Sonntag, 16. September - Tag 16
Ich möchte heute morgen gerne den Güterzug, der uns immer wieder mit lauten Pfeifgeräuschen (insbesondere auf diesem Campingplatz) begegnet. Dazu gehe ich während Angela, Ursel und Johann frühstücke, quer über den Campingplatz bis direkt an die Schienen. Hier warte ich jetzt mit aufgestellter Videokamera auf diesen langen Zug. Lange passiert nichts, bis endlich ein Zug anrollt, aber leider ist es nur der kurze Rocky Mountaineer. Weil ich jetzt schon beinahe eine Stunde hier an den Gleisen stehe, entschließe ich mich dazu wieder zum Wohnmobil zurückzugehen. Dort komme ich gerade an, als das Pfeifen des langen Zuges zu hören ist. Schade, etwas zu spät. Die anderen drei sind fertig mit ihrem Frühstück und so können wir, nachdem wir das Abwasser abgelassen haben, abfahren. Der erste Weg führt uns nochmals zum Lake Louise, weil Angela ein gestern gekauftes T-Shirt tauschen möchte. Dieses ist auch überhaupt kein Problem und so können wir die Fahrt schnell fortsetzen, zum Moraine Lake. Die Straße dorthin ist in einem chaotischen Zustand, zum Teil mit großen Löchern. Diese Löcher sind aber von Bauarbeiter gemacht worden und vor jedem Loch steht ein Hinweisschild. Sogar am heutigen Sonntag treffen wir auf die Schilderfrauen und Bauarbeiter die gerade dabei sind die Straße wieder in einen ordentlich Zustand zu versetzen. Allerdings haben sie sicher noch einige Tage zu tun...



Am Moraine Lake bleiben wir ungefähr eine Stunde, in der Johann sogar zweimal den Berg aus Felsen heraufklettert, und von dort oben eine großartige Aussicht auf den See genießt. Die Rückfahrt vom Moraine Lake bis Lake Louise wird noch etwas holperiger als die Hinfahrt, weil oft keine Schilder an den ausgefrästen Löchern stehen und man diese erst oft im letzten Moment erkennt. Nach 20 Minuten Fahrzeit haben wir aber diesen Weg hinter uns gelassen, und fahren nach einem kurzen Stop im Ort weiter Richtung Norden auf dem Icefields Parkway. Auch hier finden heute Bauarbeiten statt. Der Nachmittag steht im Zeichen der schönen Seen an dieser Strecke. Beispielsweise der Bow Lake zählt zu unseren Fotomotiven. Am Bow Summit and Peyto Lake gehen Johann, Angela und ich den teils sehr steilen Fußweg zur Aussichtsfläche, auf der sich Massen von Touristen befinden.

 

Wir verlassen die Plattform gerade in dem Moment als eine weitere Busladung Asiatischer Touristen eintrifft.
Unser nächster Stop am Icefields Parkway ist der Waterfowl Lake, den wir auch gerade verlassen, als ein Bus eintrifft. Bei gutem Wetter scheint an diesem Sonntag halb Alberta auf dieser Strecke unterwegs zu sein. Wir folgen der Strecke Richtung Norden, kaufen zwischendurch ein paar Souvenirs an der Saskatchewan River Crossing und halten am View Point Bridal Veil Falls.



Dieses ist unser letzter Stop im Banff National Park. Kurz darauf erreichen wir schon den Jasper National Park und achten schon rechts auf den uns bekannten Wilcox Campground, den wir auch gleich finden und anfahren. Wir brauchen nicht lange zu suchen und finden einen Platz. Einen Umschlag den wir mit Namen und KfZ-Nr. ausfüllen, haben wir direkt an der Einfahrt mitgenommen. Ich bringe jetzt gleich diesen Umschlag mit 14 Dollar Gebühr zum Eingang zurück und werfe ihn in den Behälter. Für andere Besucher ist diese Selbstbedienung wohl etwas zu kompliziert, denn mehrfach habe ich anderen das Verfahren erklärt. Auch das man einen Abschnitt des Umschlags direkt am Stellplatz befestigt, ist den meisten nicht klar. Der Wilcox Creek Campground ist ein absoluter Naturcampingplatz. Die Plumpsklos tragen ihr übriges dazu bei. Da wir in unserem Wohnmobil noch genügend Feuerholz liegen haben, braucht keiner durch den Wald stöbern und suchen, sondern das Feuer kann sofort angezündet werden. Schon bald genießen wir lecker gegrilltes Fleisch mit Nudelsalat im Freien. Wir spielen noch Uno und legen uns schon gegen 10 Uhr schlafen. 
Montag, 17. September - Tag 17
Wie schon vor 2 Jahren ist auch diese Nacht auf dem Wilcox Creek Campground für mich eher eine Tortour als eine Erholung. Irgendwas muß dieser Platz haben was mich am schlafen hindert. Jedenfalls bin ich wach als die anderen drei aufstehen, und wir können nach einen kleinen Frühstück unsere Reise Richtung Norden fortsetzen. Allerdings ist die erste Etappe heute nur kurz, ungefähr 4 Kilometer. Schon um halb 10 erreichen wir das Icefields Centre und besorgen uns auch gleich Tickets für die Snocouch Tour. Diese Fahrt zählt schon zu unserem Standardprogramm auf unseren Canada-Trips. Das erste Mal waren wir 1993 und das zweite Mal 1999 auf dem Athabasca Gletscher. Heute machen wir also bereits die dritte Tour auf`s Eisfeld. Aber noch nie waren wir bisher morgens oben, dass spart uns durch die Coupons auf den Mountain Guides immerhin 8 Dollar. Und noch ein Vorteil: es ist viel weniger los. Nachmittags kann man auf dem Gletscher und auch im Shop des Icefield Centres kaum vor Menschen laufen. Heute morgen ist das anders. Gegen 10 Uhr startet die Tour im Reisebus bis auf den Berg an den Gletscher heran. Dort steigen wir in den großen Snowcoach Bus mit riesengroßen Reifen. Diese Busse sind eigens für diese Tour gefertigt. Weil wir ganz vorne sitzen haben wir natürlich den Vorteil, gerade die Fahrt auf der steilsten unbefestigten Straße Nordamerikas hinauf auf den Gletscher aus der ersten Reihe zu genießen.



Nach dem Ausstieg wird uns die morgendliche Kälte besonders klar, nachmittags ist es etwas wärmer, weil dann auch die Sonne aufs Eis scheint. Jetzt ist noch Schatten, außerdem hat es in der Nacht geschneit und das Eis ist teilweise extrem glatt. Sehr schön ist auch, dass man länger auf dem Eis bleiben kann, weil noch nicht so viele Menschen nach oben möchten.



Wir würden in jedem Falle beim nächsten Mal den Vormittag wieder vorziehen, die ganze Tour hat mehr Ruhe und es ist noch nicht diese Massenabfertigung. Wieder im Icefields Centre beginnt hier bereits der Trubel.
Ich fahre uns vier als nächstes zu den Athabasca Falls.
 
Natürlich nutzen wir das tosende Wasser als schönes Fotomotiv. Und die uns aus Vancouver bekannten Steinskulpturen finden wir hier auch.
Ungefähr eine halbe Stunde später erreichen wir Jasper. Ich hätte nicht erwartet noch einen Platz mit Strom zu bekommen. Die Full Hook-up Plätze sind alle belegt, hätten sowieso den Nachteil gehabt, dass man kein Feuer machen könnte. So freuen wir uns sehr über unseren Platz. Diesen fahren wir kurz an und begeben uns erst mal in den Ort Jasper. Geparkt wird allerdings nicht wie fast alle anderen Wohnmobile auf dem großen Parkplatz am Bahnhof, sondern auf dem kleinen Stellplatz neben dem Feuerwehrgebäude. Von hier führt unser erster Weg ins Info Centre, und der zweite in die Patricia Street zum kurzen shoppen. In den Gift Shops gucken wir heute allerdings nur, kaufen tun wir nur ein bisschen Fleisch und Zutaten für Hamburger in dem kleinen Supermarkt. Zurück auf dem Campingplatz beginnt unser heutiges Barbeque. Wir grillen Koteletts und machen uns leckere Hamburger. Die starken Brunftschreie der Elche zwischendurch geben uns hier ein besonderes Gefühl der Wildnis. Wapitihirsche in der Nähe sind hervorragende Fotomotive. 
Am Abend setze ich das Wohnmobil nochmals in Bewegung, damit wir zum weit entfernten Duschraum fahren können. 
Dienstag, 18. September - Tag 18
Heute Nacht gab es ein leichtes Gewitter und Regen. Es wird Herbst, dass ist heute morgen zu merken. Für heute ist eine Fahrt mit der Jasper Tramway auf den Whistler Mountain geplant. Aufgrund des Wetters fährt aber keine Bahn auf den Berg und es ist auch nicht klar ob in den nächsten Stunden eine fahren wird. So ändern wir kurzerhand unseren Plan und fahren heute über den Yellowhead Highway Richtung Westen mit Ziel Mount Robson. An der Provinzgrenze nach British Columbia beginnt auch der Mount Robson Park.



Gleichzeitig wird uns hier kurzfristig eine Stunde Zeit geschenkt, da wir die Zeitzone wieder durchfahren. Wunderschön liegt irgendwann auf der linken Seite der Moose Lake im Sonnenschein. Leider können wir an dem View Point nicht stoppen, so dass für den Rückweg geplant wird. Das Wetter spielt auf dieser Tour verrückt, erst Sonne, dann Regen und wieder Sonne. Als wir das Mount Robson Info Centre erreichen fällt sogar kurzzeitig Schnee.



Durch den Schneeregen rennen wir ins Info Centre und decken uns mit noch fehlenden Broschüren ein. Im Restaurant in der Nähe der Info genießen wir ein leckeres Mittagessen und fahren schließlich den Yellowhead Highway Richtung Jasper zurück. Leider regnet es ein wenig als wir am Moose Lake halten, und durch die starke Bewölkung hat der See die Schönheit des morgens verloren. Also setze ich die Fahrt fort, und uns wird an der Provinzgrenze die geschenkte Stunde wieder gestohlen. Eigentlich schade, denn beim folgenden Shoppingnachmittag in Jasper wäre uns diese Stunde sehr gelegen gekommen. Als würde es morgen nichts mehr geben ziehen wir durch die Läden und kaufen Tütenweise Pins, Shirts und vieles mehr. Der Inhaber des Souvenirgeschäftes an der Patricia Street gibt uns sogar ein paar Pins als Zugabe hinzu.



Unsere Einkaufstour brechen wir im Connaught Drive wegen Regens ab. Das kombinierte Pizza Hut / KFC Restaurant kommt uns da gelegen. Wir werden bei dem Wetter ja abends nicht grillen, also kann man noch ein paar Chicken Strips essen. Angela verspeist einen Twister. Der Regen hört etwas auf, und so können wir die Shoppingtour nach dem Abendessen fortsetzen und schließlich das Wohnmobil aufsuchen. Die Rückfahrt zum Campingplatz ist durch die zwei schönen Regenbogen bestimmt, die Angela und ich ständig versuchen zu fotografieren. Da springt Angela schon mal aus dem Fahrzeug auf die Straße oder ich stoppe auf einem matschigen Platz um selbst ein Foto machen zu können...
Die letzte Fahrt führt uns heute Abend wieder zum Duschraum, hinter dem sich Massen an Wapitihirschen versammelt haben. Die Laute der Tiere werden die ganze Nacht zu hören sein. Vor dem Schlafengehen spielen wir noch ein paar Runden Uno und wundern uns über unser Nachbarwohnmobil vor dem ein alter Mann den Inhalt eines Riesenkochtopfes schon stundenlang umrührt!
Mittwoch, 19. September - Tag 19
 
In der Hoffnung an unserem letzten Tag in Jasper noch auf den Mount Whistler zu kommen, fahren wir gleich morgens wieder zur Tramway.


 




Und tatsächlich fährt die Bahn uns heute durch eine starke Bewölkung bis auf den Gipfel. In der großen Kanzel stehen wir inmitten vieler anderer Touristen und erfahren, dass uns oben etwas besonderes erwartet: Schnee. Dieser Schnee ist in der vergangenen Nacht gefallen, und sorgt auf Mount Whistler, unterstützt durch den Wind, für eisige Kälte. 


Auch die starke Bewölkung lockert immer wieder auf, so dass wir immer wieder einen schönen Ausblick auf Whistler und ausreichende Möglichkeiten zum fotografieren haben. Im Restaurant im ersten Stock des Gebäudes genehmigen wir uns etwas zu trinken und einen Muffin während wir die Aussicht genießen. Im Anschluß warten wir ein paar Minuten bis wir mit der roten Gondel wieder abwärts fahren können. Ursel findet einen der vier kleinen Ecksitzplätze, und merkt erst unterwegs, dass der Sitz nass ist. Ärgerlich nur, dass sie in der vollen Gondel nicht aufstehen kann. Zum Glück ist das Wohnmobil in der Nähe und sie kann die Hose schnell wechseln bevor wir unseren letzten Jasper-Nachmittag im Ortszentrum erleben.



Heute parken auch wir am Bahnhof, und gehen zuerst zum Mittagessen wieder ins Pizza Hut / KFC Restaurant. Dort teilen wir uns eine kleine Pizza und treffen die Busfahrerin die uns auf den Athabasca Gletscher gefahren hat. Schon gewaltig ein Arbeitsweg von 100 Kilometern...
Zum Schluß machen wir noch die letzten Einkäufe in Jasper und fahren schließlich zum Campingplatz zurück. Dort entleert Johann zuerst die Abwassertanks, dann fahren wir kurz über den Platz um uns noch ein bisschen umzuschauen und fahren gleich darauf auf unseren Stellplatz. Wir haben noch einiges an Grillfleisch im Kühlschrank, so dass wir heute noch grillen. Es ist die letzte Gelegenheit dazu, weil auf den nächsten beiden Campingplätzen in Edmonton und Calgary keine Grillfeuer möglich sind. Außerdem ist es heute noch relativ warm. Aber der Sommer ist vorbei, dass ist uns in den letzten beiden Tagen deutlich geworden.
Gegen 18 Uhr sind die Spare Ribs fertig und wir genießen sie sehr. Im Anschluß spielen wir Uno und fahren zwischen den Spielen kurz zum Duschraum. Das war leider unser letzter Tag in Jasper. Und leider auch der letzte Tag in den Rocky Mountains. Nur eines bedauern wir ein wenig, nämlich dass wir auf unserer Tour durch die Nationalparks auf keinen Bären gestoßen sind. Unsere Hoffnung morgen noch einen zu sehen, ist verschwindend gering. Also müssen wir wieder kommen!

Donnerstag, 20. September - Tag 20
Um kurz nach 9 Uhr verlassen wir Whistlers Campground und machen damit einen der Wartenden glücklich, die schon jetzt auf einen Platz mit Strom hoffen. Vor zwei Jahren haben auch Angela und ich dort gestanden, jetzt steht dort sogar ein kleines Wartehäuschen. 
An der Esso Tankstelle an Jaspers Connaught Drive fülle ich noch schnell unseren Tank, während Johann die Scheiben putzt. Dann geht`s schnell weiter, denn vor uns liegen schließlich weit über 300 Kilometer. Der erste Teil der Strecke ist sehr schön, noch mit Bergen und Lakes. Ein entgegenkommendes Fahrzeug mit Fotografen die sehr langsam über den Seitenstreifen fahren, gibt uns Hoffnung noch einen Bären zu sehen, aber Fehlanzeige. Als wir den Nationalpark verlassen sind wir traurig, dass die Berge hinter uns liegen und jetzt zum größten Teil flaches Land vor uns liegt. Trotzdem führt der Yellowhead Highway auf dem wir fahren, zwischenzeitlich durch sehr schöne Gegenden. Eine Stunde nach unserer Abfahrt in Jasper halten wir zum ersten Mal in Hinton. Der riesige Safeway ist für die nächsten 60 Minuten unser Ziel. Hier kaufen wir alles was wir in den nächsten Tagen in Edmonton noch brauchen. Auch eine dieser süßen Torten mit den Johann und ich schon seit Tagen liebäugeln geht in unseren Besitz über. Immerhin sparen wir durch meine Safeway Club Karte fast 5 Dollar auf dieses Produkt. 
Weiter geht die Fahrt Richtung Provinzhauptstadt. Der nächste Stop nach einer weiteren Stunde in Edson. Hier essen wir zu Mittag. Zum ersten mal auf unserer Reise bei Dairy Queen: Cheeseburger, Bacon Cheese, Chickenburger...
Die letzte Etappe bis Edmonton durch eine doch relativ langweilige aber sehr leicht zu fahrende Strecke wird durch immer mehr zunehmenden Verkehr bestimmt. Je dichter die Großstadt, desto mehr LKW`s und Autos bevölkern die Straße und auch umso mehr Werbeschilder stehen am Fahrbahnrand. Die Fahrt quer durch Edmonton führt uns vorbei an der West Edmonton Mall. Von hier kennen wir noch vom letzten Mal den Weg zu unserem Wunsch-Campingplatz, den Whitemud Creek RV. Diesen steuern wir auch an, in der Hoffnung noch einen Platz zu erwischen. Schon vor zwei Jahren waren wir über die Straße dorthin entsetzt, und auch in diesem Jahr rattern wir durch unzählige Schlaglöcher. Wir kriegen auch sofort einen Platz für fünf Nächte und fahren wenig später wieder den Weg zur West Edmonton Mall zurück.



Dieses weltweit größte Einkaufszentrum ist unser Hauptziel der nächsten Tage. Am heutigen Abend machen wir eine erste Runde durch die WEM und sehe das, was wir in den Nationalparks vermisst haben: Bären.

Drei kleine Bärenkinder haben hier für ein paar Tage eine Bleibe gefunden. Für 10 Dollar hat man die Möglichkeit die Tiere zu streicheln und bekommt ein Polaroid dazu. Die Einnahmen sind für den Schutz der Bären in freier Wildbahn bestimmt. Heute belassen wir es hier bei Fotos. 



Es ist dunkel, als wir gegen halb neun die Mall langsam verlassen und vom Parkplatz fahren möchten. Hier hören wir wieder die Eisenstange unter dem Fahrzeug. Dieses ist heute Abend besonders witzig, da wir im dunkeln über eine Ampelkreuzung mit wartenden Autos fahren und durch diese Eisenstange extrem viele Funken hinter uns herziehen. Die Stange biegt Johann auf dem Campingplatz zurück, während wir anderen unsere Filme sortieren und schon mal die Karten fürs Uno-spielen mischen.

Freitag, 21. September - Tag 21
Heute startet der Tag ohne Frühstück, sondern mit der Fahrt nach Edmonton in die WEM. Wir steuern denselben Parkplatz wie gestern an und schnappen uns unsere Badeklamotten. Zuerst gehen wir aber frühstücken in der noch ziemlich Besucherlosen Mall. Hauptsächlich Angestellte der diversen Geschäfte sind schon unterwegs. Sehr zu empfehlen ist das Frühstück bei Harvey`s Swiss Chalet. Die freundliche Bedienung, an die wir uns noch von 1999 erinnern, arbeitet noch immer hier und verkauft uns Pancakes, Bacon, Scrambled Eggs, Toast und Fries. Ein unglaublich leckeres und sättigendes Frühstück. Jetzt sind wir gerüstet für ein Badeparadies der Superlative.



Der World Waterpark ist nur ein paar Minuten vom Food Court entfernt. Weil heute nicht alle Rutschen geöffnet haben, bekommen wir eine Ermäßigung auf den Eintrittspreis. Auch werden an den Rutschen gerade Renovierungsarbeiten durchgeführt, dieses stört aber nicht. Zuerst zieht es uns vier in das große Badebecken.



Die Wellen die fast ständig das Wasser in Bewegung halten, bringen uns immer wieder zum unfreiwilligen tauchen. Eine Einweg-Unterwasserkamera die ich vor einigen Tagen in Banff gekauft hatte kommt hier heute und jetzt zum Einsatz. Die geöffneten Rutschen wechseln des öfteren, so dass wir doch einigen Spaß auf verschiedenen Rutschen haben. Auf die extremen Rutschen auf denen man wie im freien Fall hinunterrutscht traut sich aber keiner von uns.

Zum Mittagessen können wir den Wasserpark verlassen. Man läßt sich einfach einen Stempel geben und kann jederzeit wieder hinein, auch die Schließfächer kann man beliebig oft öffnen. So gehen wir in aller Ruhe zum etwas weiter entfernten zweiten Food Court am Galaxyland und entscheiden uns unter einem großen Essensangebot für KFC für Johann und Ursel und für chinesisch für Angela und mich. Zur Mittagszeit herrscht hier ziemlich viel Betrieb, aber ein Platz ist immer zu finden. Im Anschluß verbringen wir den Rest des Tages wieder im Schwimmbad. Am Nachmittag öffnen noch weitere Rutschen und das Bad wird voller. Am Abend gehören wir beinahe zu den letzten die gehen. Die Geschäfte haben aber noch alle geöffnet und so können wir noch ein bißchen durch die Läden stöbern. Weil wir jetzt noch gerne unsere Kamera abgeben möchten, um zu gucken ob die Bilder gut geworden sind, gehen wir zum Japanischen Fotogeschäft in der Nähe von The Bay. Hier sollen unsere Bilder in der nächsten Stunde fertig werden. Zwischendurch können Angela, Ursel und ich weiter nach schönen Dingen Ausschau halten. Johann geht derweil ins Wohnmobil. Um viertel nach acht sind die Bilder fertig, und kosten inclusive doppeltem Druck nur ungefähr 15 Dollar und sind wirklich gut geworden. Der Preis ist für die Menge relativ günstig, zumindest im Verhältnis zu den Fotogeschäften in Deutschland, in denen der Einstunden-Service noch ordentlich extra kostet. So halten wir die ersten Erinnerungsfotos in den Händen und gehen zum Wohnmobil zurück, mit dem wir auch gleich zum Whitemud Creek Campingplatz zurückfahren um dort nach kurzem Uno-spielen einzuschlafen.
Samstag, 22. September - Tag 22
Die geräumigen Duschen auf dem Whitemud Creek RV sind unser erstes Ziel heute morgen. Im Anschluß gibt es Frühstück. Johann isst Brot mit Belägen, während wir anderen drei mit einem Muffin in den Tag gehen. Der Grund das wir heute im Wohnmobil frühstücken und nicht in der West Edmonton Mall ist der, dass wir heute morgen nicht dorthin fahren, sondern zum Fort Edmonton Park. Wir hoffen, dass der Park noch geöffnet hat. Als wir kurz vor elf dort sind, scheint es zuerst als wäre er geschlossen, weil nur sehr wenige Fahrzeuge auf dem Parkplatz stehen und manche Besucher zurück kommen. Trotzdem gehen wir zum Eingang und sehen das das Fort geöffnet hat. So zahlen wir den Eintritt und schon erklärt uns ein Angestellter des Parks wie dieser aufgeteilt ist, und zu welchen Zeiten die Kutschen fahren. Da die Kutsche gerade voll ist, verzichten wir und gehen zu Fuß, was ohnehin zu empfehlen ist.



Durch unseren Weg gehen wir die Zeit in der Geschichte zurück. Wir starten in der 1920 Street, d.h. hier stehen Gebäude die ungefähr in diesem Jahr gebaut wurden. Teilweise als Original und teilweise als Nachbildung. Die nächste Straße ist die 1905 Street, es folgt die letzte Straße die 1885 Street.



In viele Gebäude kann man hineingehen und teilweise sind sogar Angestellte vor Ort, die die Besucher über das entsprechende Gebäude aufklären. 



Der letzte Geschichts-Haltepunkt ist das Fort Edmonton von 1846. Auch hier kann man in die Räumlichkeiten hinein und sieht viele interessante Dinge aus vergangenen Zeiten. Als wir diese vier Bereiche durchlaufen haben, gehen wir ebenfalls zu Fuß zurück zum Eingang, und angrenzendem Bahnhof. Hier steht eine große Lok und eine Spielzeugeisenbahn fährt hier in einer großen Landschaft hinter Glas. Im Souvenirshop kaufen wir noch jede Menge Pins und weitere Souvenirs. Hier erfahren wir auch, dass hier morgen eine große Jahresabschlussparade stattfindet, die wir gerne gesehen hätten. Aber es würde bestimmt auch ziemlich voll werden, und so haben wir heute mit wenigen anderen Besuchern einen günstigen Tag erwischt, zumal das Wetter perfekt ist.
Den späten Nachmittag verbringen wir noch in der West Edmonton Mall, in der am heutigen Samstag ein starker Besucherandrang herrscht. So essen wir hier nur unser Abendessen und fahren bald wieder ab. Diesmal zum heutigen Endziel Whitemud Creek RV. Es ist noch schön hell und warmes Wetter, so dass ein Spaziergang über das Gelände des großen Golfplatzes der beste Ausklang des Tages ist. 
Sonntag, 23. September - Tag 23
Es ist Sonntag, und somit eigentlich ein Tag zum ausschlafen, aber nicht für uns. Gegen viertel nach sieben stehen wir auf und machen uns reisefertig. Die ganze Nacht hatte ich Ohrenschmerzen und konnte schlecht schlafen. So stört mich die frühe Stunde auch nicht. Der Grund zum frühen aufstehen ist der, dass wir zur West Edmonton Mall fahren möchten um zu frühstücken und zweitens weil wir die frühe Stunde nutzen möchten, um in Ruhe in der noch Besucherleeren Mall Fotos und Videoaufnahmen machen zu können. Unser Frühstück holen wir uns selbstverständlich wieder bei Harvey`s Swiss Chalet. Im Anschluß an Schinken und Pancakes führt uns der nächste Weg zu den drei Bärenkindern.



Angela und ich nutzen die einmalige Chance zum streicheln des strohigen Bärenfells und hoffen, das die 10 Dollar wirklich in den Tierschutz investiert werden. Kurz vor Mittag verlassen wir die Mall zu der wir später noch zurückkehren und fahren Richtung Edmonton Downtown. Wir halten an einem Safeway und ich kaufe ein paar Getränke, eine neue Unterwasserkamera und eine dicken Stadtplan. Trotz Sonntag ist der Laden hier prall mit Kunden gefüllt. Weiter geht die Fahrt zum Legislature Building, dem Regierungsgebäude der Provinzhauptstadt Albertas.



Hier halten wir uns längere Zeit auf, machen aber keine der kostenlosen Führungen, sondern gehen lieber durch das Interpretive Centre gegenüber des Gebäudes und können hier unterirdisch bis zum Regierungsgebäude gehen. Hier unten sind verschiedene Ausstellungsstücke zu besichtigen, wie beispielsweise von Schülern nachgebaute Forts. 



Nach dem Besuch des Legislature Buildings möchten wir gerne noch zum Muttart Conservatory. Hier stehen die uns nur von Postkarten bekannten Glasspyramiden. Leider ist der kleine Parkplatz hoffnungslos überfüllt, und auch im angrenzenden Wohngebiet finden wir keinen Halteplatz für unser großes Gefährt und so müssen wir leider abdrehen. Und abdrehen tun wir Richtung West Edmonton Mall. Etwas merkwürdig kommt uns auf diesem Weg vor, dass an verschiedenen Kreuzungen drei Auto an den Ampeln liegengeblieben sind. Fahren hier alle nur Schrottkarren ? In der WEM steuern wir A&W an und essen Mama Burger und Grilled Chicken! Nach nur einer Stunde Aufenthalt hier, fahren wir wieder auf unseren Campingplatz zurück. Obwohl wir unterwegs ständig Baufahrzeuge antreffen, ist die Straße hierhin weiterhin eine Katastrophe. Dafür ist der Campingplatz den wir um 6 Uhr erreichen um so ruhiger, und wir genießen diese Stille, als wir noch ein paar Postkarten schreiben und unsere Prospekte und Pins sortieren. In über drei Wochen Urlaub hat sich eine ganze Menge angesammelt und die Schränke sind mittlerweile alle voll.
Montag, 24. September - Tag 24
Die letzte Woche ist angebrochen, und die Ohrenschmerzen sind in der vergangenen Nacht noch heftiger geworden. Trotzdem fahren wir wieder in die Mall der Superlative zum Frühstück bei Harveys, und wir nehmen auch gleich unsere Badeklamotten mit. Weil der Wasserpark heute aber erst um 12 Uhr öffnet, machen wir vorher die Submarine Tour und haben schöne Ausblicke aus dem U-Boot in die Aquarien mit kleinen und großen Fischen. Auch Haie sind hier zu bewundern. 

Als der World Waterpark die Tore öffnet, gehören wir zu den ersten Besuchern und können wenig später wieder im warmen Wasser baden. Einen Reifen um auf den Wellen zu reiten besorgen wir uns auch sofort. Allerdings ist heute die Lufttemperatur deutlich kühler als am Freitag, und so wird es manchmal ziemlich frisch.



Am besten hilft in der Situation natürlich einer der warmen Whirlpools, von denen wir einen schönen Ausblick auf die Rutschen haben. Eine Rutsche auf der man mit einem Plastiksitz steil herunterrutscht und auf den Wellen weiterreitet hat es und besonders angetan. Die gestern gekaufte Unterwasserkamera muß für Bilder herhalten, und so können wir weitere lustige Actionfotos im Wasser machen. Der gesamte Tag verstreicht heute wieder im Schwimmbad, nur zum essen verlassen wir das Wasser einmal für längere Zeit.
 


Das das viele Wasser für mein rechtes Ohr nicht das Beste ist, merke ich am Abend, als wir die Bilder zum entwickeln geben. Ich höre nur noch schlecht und habe starke Schmerzen. Aber noch ist es auszhalten und wir warten auf unsere Fotos, die wir heute bei London Drugs machen lassen. Dieser Film ist ebenso schön geworden, wie der andere Film am Freitag. Also können wir mit neuem Reiseballast zum Campingplatz zurück fahren und dort unsere letzte Nacht verbringen. 

Dienstag, 25. September - Tag 25
Bei mir beginnt unser letzter Tag in Edmonton mit extremen Ohrenschmerzen. Wir verlassen ein letztes Mal den Campingplatz in Edmonton, fahren ein letztes Mal die lange und katastrophale Strecke, und erreichen ein letztes Mal die West Edmonton Mall. Aber es ist nur eine Frage der Zeit wann wir zurückkehren.



Als wir in der Mall ankommen, möchte ich vor dem Frühstück gerne Ohrentropfen im Pharmaziebereich bei London Drugs kaufen, die Verkäuferin erklärt Angela und mir aber, dass sie ohne Rezept keine Ohrentropfen verkaufen darf. Sie empfiehlt mir das Medical Center in der Mall und wir beide entschließen uns dorthin zu gehen. Auch Ursel und Johann verzichten auf das Frühstück bei Harvey`s und gehen in der Zwischenzeit zum Wohnmobil zurück. Die Verkäuferin bei Harvey`s guckt zwar enttäuscht, sieht aber an meinem geschwollenen Kopf das etwas nicht stimmt. Aber versprochen: wenn wir wieder in Edmonton logieren, kommen wir zu Harvey`s. Im Medical Center fülle ich zuerst ein Anmeldeformular aus, zahle pauschal 50 Dollar. Nur wenige Minuten später bin ich bei einer netten Ärztin in Behandlung. Sie verschreibt mit Tropfen und Tabletten und meint, dass die Schmerzen nachlassen werden. Vielleicht hätte ich gestern nicht mehr im Wasserpark rumtollen sollen, das Ohr soll trocken gehalten werden. Die Medikamente werden bei London Drugs gefertigt, und ich nehme diese dann voller Genuß, in der Hoffnung die Schmerzen lassen nach. In die Mall kehren wir jetzt nicht mehr zurück, sondern verlassen Edmonton.



Der Weg auf den Highway 2 Richtung Süden nach Calgary ist von der Mall leicht zu finden. Ich höre zwar schlecht, aber die Medikamente zeigen erste Wirkung und ich kann ohne Probleme fahren. Die Strecke ist sehr eintönig und langweilig mit relativ wenig Verkehr. Halten tun wir zwischendurch nur um die ständig wieder schmutzigen Scheiben zu putzen. In Red Deer machen wir unseren Tankstop. Zum ersten Mal auf der ganzen Reise tanken wir an einer Serve-Tankstelle von Shell. Bisher haben wir immer selbstgetankt und darauf verzichtet. 
Jetzt fahren wir noch ungefähr eineinhalb Stunden bis Calgary. Schon von weitem, bestimmt 50 Kilometer vorher, können wir die Skyline sehen. Unser Campingplatz soll der KOA Campground im Westen von Calgary werden. So müssen wir noch eine Weile fahren, und durch eine größere Baustelle durch, die aber keinen großen Zeitaufwand bedeutet. Beim KOA mieten wir uns für zwei Nächte ein, den letzten beiden mit dem Wohnmobil. Mein geschwollenes Gesicht kommt mir ziemlich peinlich vor, aber es scheint nicht so extrem aufzufallen wie ich denke. Nur mein schwaches Gehör fällt auf, weil ich ständig nachfragen muß...
Wir erfahren während unserer Registrierung auch, dass ein Shuttle Bus vom KOA in die Stadt fährt. Diesen Service nutzen wir aber nicht, weil für heute nichts auf dem Plan steht. Ich möchte lieber etwas Ruhe haben, um meinem Gehör nicht noch weiter zu schaden. Morgen fahren wir dann mit dem Wohnmobil zum Canada Olympic Park. Dieser liegt nur eine Straße weiter. Als wir unseren Stellplatz auf einer kleinen Anhöhe gefunden haben, lege ich mich hin, und versuche zu schlafen. Aber es ist zu warm heute, so dass ich nicht zum schlafen komme. Die anderen drei erkunden derweil den Campingplatz. Das Schwimmbecken ist geschlossen, der Spielraum hat geöffnet und auch Minigolf kann man hier spielen. Vom KOA haben wir einen schönen Blick auf die Wohngebiete die hier, etwas außerhalb der Stadt, liegen. Sehr schön ist das auch am Abend und in der Nacht anzuschauen. Ebenfalls haben wir einen guten Blick auf die Sprungschanzen des Olympic Parks.
Mittwoch, 26. September - Tag 26
Die erste Nacht auf dem KOA Campground haben wir gut verbracht. Sie war zwar ziemlich kühl, aber unsere Heizung im Wohnmobil funktioniert ja gut. Nach unserem Frühstück fahren wir kurz zum Safeway an der Bowness Road. Dieses ist der dem KOA am nächstenliegende Safeway. Hier kaufen wir Wattepads für meine Ohren, und drehen auch gleich wieder in Richtung Westen über den Highway 1 ab. Auf der linken Seite, nur eine Straße vor der Abbiegung zum KOA, liegt der Canada Olympic Drive. Hier fahren wir rein und sind wenig später auf dem Parkplatz des Canada Olympic Parks. Bei unserem Besuch vor zwei Jahren haben wir diesen zu Fuß erkundet.



Besonders der Fußweg entlang der Bobbahn, den Berg hoch zu den Sprungtürmen, war ziemlich lang. So entschließen wir uns dieses Mal für eine geführte Tour. Als unsere Tour um 12 Uhr beginnt, sind wir die einzigen Touristen, die diese Fahrt im Van mitmachen. Die freundliche Samantha fährt uns erzählend durch den Park. Auch wenn Johann und Ursel kein Englisch sprechen, können Angela und ich doch einiges übersetzen. Wir stoppen auch am Ice House. 

Hier trainieren die Bobfahrer den Start auf einer Bahn auf der sie hin und herfahren können. Wir haben sogar Gelegenheit dieses zu beobachten. Weiter führt uns die Tour entlang der Bobbahn zu den Sprungschanzen. Der starke Wind ist hier auf dem Berg noch extremer als unten. Die größte Schanze fahren wir mit einem gläsernen Fahrstuhl hoch. Auch hier oben erklärt uns Sam die Schanze und die Ausstellungsstücke, wie beispielsweise den Unterschied alter und neuer Skier. Natürlich haben wir hier auch einen guten Blick auf das Olympia Gelände, auf Calgary Downtown und entgegengesetzt auf die Berge der Rocky Mountains. Der Gläserne Fahrstuhl bringt uns auch wieder runter. Nun fahren Angela und Johann mit der Zweiergondel den Berg wieder hinunter. Ursel wegen Höhenangst und ich wegen meinem Ohr wieder mit Sam und dem Van. Unten ist die Tour beendet und wir zwei können die beiden Gondelfahrer in Empfang nehmen. 





In Eigenregie gehen wir jetzt zur Olympic Hall of Fame. Zuerst gucken wir das Video und im Anschluß fahren wir mit dem Fahrstuhl nach oben und testen unser eigenes sportliches Können. Und wir stellen fest, dass wir uns in den beiden vergangenen Jahren doch erheblich verbessert haben. Wir erreichen 3 mal Gold, nur Johann muß sich mit Silber begnügen. Der Rückweg führt uns am Museum vorbei und dann direkt ins Restaurant. Hier essen wir eine Kleinigkeit und wundern uns über den Besucheransturm, der ansetzt als wir gerade fertig sind. Auch der Shop ist kurze Zeit später gut besucht, als Ursel ihren Großeinkauf tätigt. Ihr guter Einkauf wird mit Zugaben von Schirmmützen und Sitzkissen belohnt.
Um viertel vor drei verlassen wir schließlich dem Olympic Park und fahren zum nahegelegenen RV Wash. Morgen geben wir das Wohnmobil schließlich ab und da soll auch alles sauber sein. Nur die Reinigung zwischen Alkovenbett und Fahrerkabine müssen wir abbrechen, weil das Wasser plötzlich durchläuft...
Den Rest des Nachmittag verbringen wir ab halb vier auf dem Campingplatz. Da wir ja morgen das Wohnmobil verlassen müssen, ist für heute nur noch packen angesagt. Aber wohin mit all den vielen Sachen ? Zum Glück packen wir nur provisorisch für unseren Umzug ins Hotel, dort können wir in ein paar Tagen in Ruhe und mit viel Platz ordentlich und flugtauglich packen.

Donnerstag, 27. September - Tag 27
Heute geht ein großer Abschnitt unseres Urlaubs zuende: es ist der Tag der Wohnmobilrückgabe. Zum Glück erwarten uns noch ein paar Tage in Calgary Downtown. Bevor wir zur Cruise Canada Vermietstation fahren, packen wir die letzten Sachen notdürftig in die vielen Koffer und Taschen und machen die letzten Reinigungsarbeiten. Schließlich wollen wir das Wohnmobil in einem ordentlichen Zustand zurückgeben.
 

Wir machen die letzten Fotos vom Wohnmobilinneren und von außen. Johann biegt ein letztes Mal die Eisenstange zurecht, und um halb 10 fahren wir vom KOA ab.



Cruise Canada liegt in Richtung Flughafen auf der anderen Seite der Stadt, sodass wir noch über den Highway 1 durch die Stadt fahren müssen. Nach einer guten halben Stunde und zwanzig Kilometern fahren wir auf das Gelände von Cruise Canada. Und wie soll es auch anders sein, genau hier setzen wir mit der Eisenstange wieder auf. Ziemlich peinlich, alle gucken, aber wir sind schuldlos. Es stellt auch kein Problem dar und wird auch nicht mit Kosten belegt. Die nächste große Aufmerksamkeit hat unser vieles Gepäck das wir vor dem Office aufstellen: 4 Koffer, 4 Reisetaschen, 4 Taschen Handgepäck, Videotasche, und diverse Tüten mit den restlichen Getränken.



Nach kurzer Wartezeit gehen Angela und ich mit einer Angestellten zum Wohnmobil. Sie macht einen kleinen Rundgang und checkt die Tanks. Da der Gastank ziemlich leer ist, zahlen wir ein paar Dollar, sowie ein paar Dollar für die 37 Kilometer die wir zuviel gefahren haben. Die per Kreditkarte hinterlassene Kaution bekommen wir vollständig zurück. Nach Erledigung des schriftlichen bestellt die Cruise Canada Angestellte für uns zwei Taxen. Wegen dem ganzen Gepäck ist ein Auto auf jeden Fall zu klein. Sie gibt uns zwei Belege für die Fahrer, die auch sehr schnell kommen, und schon startet der für uns kostenfreie Transfer ins Hotel. Die beiden Taxen fahren zwar zu unterschiedlichen Zeiten ab, auf der Strecke allerdings überholen wir uns immer gegenseitig. Es dauert nur eine Viertelstunde und beide Taxen erreichen das Hawthorn Hotel & Suites in der 5th Avenue SW in Calgary Downtown. Hier hatten Johann und ich vor zwei Jahren unsere ersten Tage verbracht, allerdings hieß das Hotel damals noch Prince Royal Hotel & Suites. An der Rezeption bekommen wir kurz später unser Zimmer zugewiesen. Unser eigentlich vorgesehenes Zimmer ist noch nicht frei, so dass wir ein anderes bekommen. Auch für vier Personen ist ein Zimmer ausreichend, mit 2 Schlafzimmern und Riesenbetten, großer Küche, Toilette und einem großen Wohnzimmer mit Eckecke. Unser an der Hausecke liegendes Zimmer hat sogar einen Balkon. Zuerst richten wir uns ein bißchen ein und verlassen den Raum eine Stunde später um in Downtown spazieren zu gehen. Wir gehen durch den Stephen Avenue Walk, zum Tower Centre und zum Info Centre. Hier finden wir die bei uns so beliebten Stampede Poster. Auf den Tower gehen wir am Abend im dunkeln. Man hat einen guten Ausblick auf die City und den schön beleuchteten Saddledome, in dem heute Abend die Backstreet Boys auftreten. 
Zum Abendessen überlegen wir uns den Zimmerservice zu bestellen. Dieser liefert allerdings bis 10 und als wir erst kurz vorher im Zimmer ankommen bestellen wir mit Rücksicht auf das Küchenpersonal doch nicht. Da unser Hotel nur wenige Meter vom Subway Restaurant entfernt ist uns uns dieses fast ins Fenster blendet, gehen Angela und ich schnell rüber und besorgen ein paar warme Baguettes. Die "Classic Sub Steak & Cheese" schmecken echt lecker und wir bedauern schon nicht öfter bei Subway gegessen zu haben. Den restlichen Abend verbringen wir vor dem Fernseher. Auf Fox läuft gerade "Who wants to be a princess". Ein Europäischer Prinz sucht eine Frau. Die Frauen kennen den Prinzen aber nicht - und wir haben von diesem Italiener auch noch nie gehört...
Freitag, 28. September - Tag 28
Die Hotelbetten sind sehr bequem und ausgeschlafen spazieren wir heute morgen zum Eau ClaireYMCA. Hier gibt es ein leckeres Frühstück.

 

Den anliegenden Eau Claire Market besuchen wir im Anschluß. Ein etwas anderes Einkaufszentrum, das stark auf Frischeartikel ausgelegt ist. Aber auch jede Menge andere interessante Geschäfte sind hier zu finden. Allerdings ist das Gebäude von innen nicht besonders schön ausgestattet, sonder hat mehr den Charme einer großen Halle. Ein paar Souvenirgeschäften und dem Shop der Mounted Police statten wir einen Besuch ab.




Im oberen Stockwerk gibt es ein Geschäft mit ägyptischen Artikeln. Tausende kleine und große Andenken wirken wie ein großes Pharaonengrab. Über Mittag ziehen wir uns in unser Hotelzimmer zurück, und sortieren unsere Mitbringsel und Prospekte. 
Am Nachmittag schlendern wir ein weiteres Mal durch die City. Das Municipal Building und die Fußgängerzone werden besucht. In einem Souvenirgeschäft finden Ursel und ich noch diverse Gifts. Der Inhaber versucht uns noch viele weitere Artikel zu verkaufen.



Vieles hätten wir auch gerne gekauft, aber die meisten Sachen haben wir allerdings schon zuhause oder im Hotelzimmer. Auch im TD Square kaufen wir unsere letzten Souvenirs. Angela findet noch ein paar Pullover in einer Boutique. Den Rest des Tages müssen wir leider auf dem Hotelzimmer verbringen, weil wir ja leider packen müssen, denn morgen fliegen wir leider zurück...
Voller Hektik und Angst nicht alles passt in unsere Taschen suchen wir unsere sieben Sachen zusammen, nur Johann sitzt vor dem Fernseher. Mit Glück finden wir Platz für alle unsere Sachen, kompliziert ist es auch aufgrund der Tatsache, dass wir keine Spitzen Teile ins Handgepäck einpacken wollen. 
Zum Abendessen holen Angela und ich nochmals Baguettes von Subway. Noch in Ruhe ein bißchen fernsehen und unser letzter Abend in Canada ist vorbei. Wir schlafen ein und träumen von den vergangenen 4 Wochen.

Samstag, 29. September - Tag 29
Die letzte Nacht ist vorbei. Heute fliegen wir zurück nach Deutschland. Vorher gehen wir aber nochmals im YMCA frühstücken, und einen etwas anderen Weg zurück. Hier finde ich ein Flaggengeschäft, in dem ich gerne noch ein paar Landkarten gekauft hätte. Das Gepäck ist aber komplett verstaut und ich habe auch keine Lust heute morgen noch alles wieder umzupacken. Außerdem sind die Taschen sowieso voll.

 

 

Wir verbringen noch eine Stunde auf dem Zimmer, dann hole ich einen Rollwagen aus der Lobby und wir laden unser Gepäck auf. Gegen 12 Uhr checken wir aus, bleiben aber noch eine Stunde in der Lobby sitzen. Auf einen letzten Spaziergang in den Stephen Avenue Walk verzichten wir. Kurz nach eins bestellt uns die nette Hotelangestellte einen Taxibus, und nach 15 Minuten Fahrzeit kommen wir schon am Flughafen an. Aufgrund der Pressemitteilungen sind wir schon so früh am Airport, denn erst um 6 Uhr abends soll der Flieger starten. Ohne lange Wartezeit können wir einchecken. Unsere Koffer brauchen wir jetzt nicht mehr zu schleppen. Die Air Canada Angestellte fragt noch nach spitzen Gegenständen und Nagelfeilen und läßt uns dann weitergehen. Jetzt haben wir noch viel Zeit. Der Flughafen ist sehr schön mit einer kleinen Flaniermeile angelegt.

 



Wir kaufen noch ein paar Kalender und setzen uns vor die Bildschirme mit den etlichen Abflugdaten. Einige Zeit später fahren wir eine Etage höher. Hier gibt es einen Food Court mit diversen Schnellrestaurants. Während die anderen drei eine warme Mahlzeit vorziehen, hole ich mir einen Kuchen. Die Zeit vergeht sehr schnell und wenig später gehen wir durch den Zoll. Es wundert uns sehr, dass hier alles reibungslos und sehr schnell vonstatten geht. Geprüft werden lediglich Fotoapparate und Videokamera. Nichts mit großer Kontrolle. Jetzt nur noch eine kurze Wartezeit am Gate, die wir mit dem ausgeben der letzten Dollars verkürzen, und um halb 6 gehen wir pünktlich an Bord. 30 Minuten später heben wir ab. Wir haben noch einen schönen Blick auf die Rocky Mountains und nehmen Abschied von Canada. Zumindest für dieses Jahr. Der Airbus 340 von Air Canada gefällt uns sehr gut. Er ist sehr geräumig. Der Bordservice ist sehr nett, und Getränke bekommen wir mehr als genug. Auch das Essen (Chicken) schmeckt gut. Als Film läuft "Shreck", diesen gucken wir und im Anschluß gehen die Lichter aus, und die meisten Passagiere schnarchen durch die Nacht. Besonders hinter uns sitzt ein extremer Schnarchpatient...

Sonntag, 30. September - Tag 30
Der Flug verläuft sehr ruhig. Vom Passagier hinter uns kann man das nicht gerade behaupten...
Nach gut 9 Stunden Flugzeit landen wir in Frankfurt. Angela sitzt schon wie auf Kohlen, als das Gate nicht frei ist. Um 15:40 Uhr Ortszeit in Frankfurt können wir endlich aussteigen und das Wettrennen gegen die Zeit beginnt. Um kurz nach 16 Uhr soll schließlich unser Weiterflug nach Hamburg starten. Wir fragen eine Flughafenmitarbeiterin kurz nach dem Weg und rennen  über die Laufbänder zum Abflugterminal. Treppe rauf, Treppe runter. Überall stehen Leute im Weg. Zum Glück erreichen wir den Flieger, denn auf lange Wartezeiten auf dem Flughafen haben wir keine Lust nach einem langen Tag.
Der Lufthansa Jet ist sehr leer. Fast alle Plätze sind noch frei. Es geht jetzt alles sehr schnell. Abflug, Service, Ankunft. Die Zeit vergeht im wahrsten Sinne des Wortes wie im Fluge. Eine gute Dreiviertelstunde später kommen wir in Hamburg an. Unser Gepäck kommt sehr schnell. Der Zoll begrüßt uns gar nicht, aber dafür der Taxifahrer der schon auf uns wartet. Nach fast zwei Stunden Taxifahrt erreichen wir nach langem Staustehen unser Zuhause. 
Unser schöner Urlaub ist zuende. Aber nach diesem Trip sind wir darin bestätigt noch öfter nach Canada zu fliegen.
Bis bald!

 

updated: 10.02.2005

 

 

 

 

 

 

 

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